Für die Frankfurter Goethe-Uni ist das teuer

Reiche Eltern klagen ihre Kinder an die Uni

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Immer mehr Studenten versuchen, sich durch eine Klage einen Studienplatz zu sichern. Bernhard/pixelio.de

Frankfurt – Im vergangenen Semester klagten rund 600 Studenten gegen die Goethe-Uni in Frankfurt, um einen Studienplatz zu bekommen. So ein Verfahren ist teuer und nicht immer von Erfolg gekrönt. Doch Anwälte verdienen damit Tausende von Euros. Von Angelika Pöppel

„Die Studienplatzklagen sind ein lukratives Geschäft für Anwälte“, sagt Robert Lorenz von der Frankfurter Goethe-Universität. Da sich Studenten meist an mehreren Unis gleichzeitig bewerben, verklagen ihre Anwälte direkt zehn Unis auf einen Schlag. „Die meisten Anwälte verfassen ein Schriftstück und schicken es per Fax an die Unis – sie drucken es nicht einmal aus“, sagt Lorenz. Auch Rechtsanwalt Benedict Bock aus Frankfurt bestätigt, dass die Klagen einige Tausend Euro bringen. Deshalb klagen generell gutbetuchte Eltern für ihre Sprösslinge, sagt Bock.

Jede Uni berechnet anhand von Mitarbeitern, Hörsälen und anderen Faktoren, wie viele Bewerber zugelassen werden können. Gerade im Fach Medizin kommen oft auf 200 Plätze 6000 Bewerber. „In den meisten Fällen werden Kapazitätsklagen eingereicht“, sagt Lorenz. Wenn das Gericht entscheidet, dass die Uni mehr Studenten aufnehmen kann als ausgeschrieben, werden unter den Klägern die Plätze ausgelost. „Von rund 380 Klägern in Medizin bekamen im vergangenen Jahr nur 16 Studenten einen Platz.“ Damit stehen die Chancen einer Studienplatzklage nicht gut. Hinzu kommt: „Nicht in jedem Fall hat die Uni einen Fehler gemacht“, sagt der Rechtsanwalt. Dann darf kein Student nachrücken.

Doch der Anwalt bekommt sein Geld, auch wenn der Student leer ausgeht. Dennoch sind die Klagen beliebt. Die Goethe-Uni haben solche Verfahren im vergangenen Semester rund 1.300 Euro € gekostet. Im Semester zuvor waren es nur 25,50 Euro. Auch der Vorsitzende Richter Hans-Ulrich Mogk am Verwaltungsgericht in Frankfurt bestätigt: „In den vergangenen Jahren gab es regelmäßig Studienplatzklagen.“ Und Rechtsanwältin Miriam Rose aus Frankfurt betreut bereits für dieses Semester „immens viele Kläger“. Denn in Fächern mit geringerem Zulauf stehen die Chancen für eine Klage gut.

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