Eppsteinerin sammelt Säcke voll Müll von den Straßen

Reaktionen auf Vermüllung der Autobahnen: Leser werden aktiv

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Magdalena Ursinus sammelte in nur wenigen Tagen vier Säcke Müll von den Grünflächen an den Ortseinfahrten von Eppstein-Bremthal.

Region Rhein-Main – Nach dem Artikel „Wer macht so einen Müll?“ vom 13. April, über immer mehr Abfall am Fahrbahnrand, meldeten sich zahlreiche Leser in der Redaktion. Darunter auch Magdalena Ursinus aus Eppstein - sie sammelte selbst in nur wenigen Tagen sechs volle Müllsäcke. Von Angelika Pöppel

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„Ich finde es traurig, dass die Mitmenschen so gleichgültig ihren Müll in die Natur werfen“, sagt Magdalena Ursinus aus Eppstein-Bremthal. Erst seit wenigen Wochen ist sie Rentnerin, und seitdem nutzt sie ihre freie Zeit, um die Ortseingänge von Bremthal sauber zu halten. Insgesamt vier Müllsäcke sammelte sie in nur wenigen Tagen vom Straßenrand der Landstraßen und der B455. „Und das nur an den Ortseingängen“, sagt Ursinus. Eine Woche später ging sie den gleichen Weg ab und holte erneut zwei Säcke voll Müll von den Grünflächen. „Es ist unglaublich, was ich hier finde – von Unterwäsche bis hin zu einzelnen Schuhen oder Pullovern ist alles dabei“, erzählt die Frührentnerin. Den größten Teil machen aber Becher, Dosen, Schnaps- und Bierflaschen sowie Zigarettenschachteln aus.

Nicht alle Leser geben den Autofahrern Schuld

In Kurven an der Landstraße seien es definitiv Autofahrer, die ihren Abfall aus dem Fenster befördern, glaubt Ursinus. Vereinzelt lassen aber auch Fußgänger ihren Müll an Ort und Stelle liegen. An Verwehung glaubt sie nicht: „Müllcontainer, die Abfall in den Kurven verlieren machen nur einen verschwindend kleinen Teil aus.“ Und sie bestätigt die Annahme von Hessen Mobil: „Es wird definitiv immer mehr Müll.“ Deshalb hofft die Rentnerin auf Mithilfe der Bürger und der Politik: „Die Strafen müssen hochgesetzt werden, wenn es nicht anders funktioniert.“

Kommentare unserer User

Auch Internet (hier geht es zum Artikel) wurde hitzig diskutiert. „Dieses Thema ist nichts Neues, und deshalb ist es umso trauriger, dass es immer noch ein Thema mit wachsender Relevanz ist. Ich habe dieses Problem vor 30 Jahren in den USA gesehen und war geschockt. Im Laufe der Jahre tauchten dann die ersten Schilder auf. Und das hat gewirkt, aber nur, weil es auch geahndet wurde. Heute sind US Freeways sauber“, schreibt User HBeier. Und Mrneui kommentiert: „Ich bin beruflich viel auf den Straßen und Autobahnen unterwegs und kann mit Gewissheit sagen, dass die angesprochenen Stellen, nicht von Autofahrern so verdreckt wurden. Ursache hierfür sind eher Mülltransporter, die den Plastikmüll auf offenen Container-LKW transportieren. Ohne Abdeckung. Auf Autobahnauf und -abfahrten fliegt denen der ganze Müll vom Container. In Neu-Isenburg gibt es ein Recycling-Unternehmen, das direkt an der A661 liegt. Also machen Sie nicht die Autofahrer dafür verantwortlich!“

Leser wollen selbst Initiative ergreifen

Auch der Leserbrief von Peter Hoffmann aus Hofheim erreichte die Redaktion: „Lange haben ich und meine Frau auf so einen Bericht gewartet. Wir fahren zwar nur wenige Kilometer auf der Autobahn zur Arbeit, aber was wir da Tag für Tag sehen müssen, spottet jeder Beschreibung. Vielleicht würde es helfen, die Autobahn einmal im Quartal ganz für den Verkehr zu sperren und freiwillige Helfer aus der Region loszuschicken, um alles einzusammeln. Ich würde mir die Zeit nehmen und wäre zweimal im Jahr dabei. Die Verursacher müssten dann zumindest einen Tag ihr Auto stehen lassen und sollten sich darüber hoffentlich sehr ärgern.“

Bilder von den vermüllten Straßenrändern der Region

Rhein-Main: Hier liegt der Müll am Straßenrand

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