Ponys mit Käsekuchen zu Tode gequält

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Frank und Karin Diefenbach (hinten) sowie Melina (mit Schild) und Laura fordern: Hört endlich auf, unsere Ponys zu quälen.

Münster – Es sind Höllenschmerzen, die die Ponys von Frank und Karin Diefenbach immer wieder erleiden müssen: Der Bauch aufgebläht, der Darm verknotet. Weil Spaziergänger widerrechtlich Essen auf die Koppel werfen. Jetzt fordern die Diefenbachs: „Hört auf, unsere Ponys zu Tode zu quälen.“ Von Christian Reinartz

Als Karin Diefenbach eines Morgens ihre zehn Ponys auf der Koppel am Ortsrand von Münster-Altheim besucht, bietet sich ihr ein Bild des Leidens. Pony Sandy liegt auf dem Rücken mit vor Schmerz verdrehten Augen. Als Karin Diefenbach das schildert, laufen der 48-Jährigen die Tränen über die Wangen. „Sie musste eingeschläfert werden“, sagt Diefenbach.

Immer wieder werden ihre Ponys Opfer von Spaziergängern, die einfach Essensreste über den Zaun auf die Koppel werfen. Doch mit bloßer Tierliebe und Unwissenheit kann das nicht mehr erklärt werden. Denn neben Kartoffelschalen, Salat und Gemüse-Resten fliegen auch regelmäßig offensichtlich ungeeignete Lebensmittel über den Zaun. „Ich habe sogar mal einen Käsekuchen gefunden“, sagt ihr Mann Frank: „Und einer hat einen ganzen Haufen Oliven hingekippt.“

Die Ponys fressen das Folter-Futter ohne zu ahnen, dass das ihr Todesurteil ist. „Schon eine einzige falsche Mahlzeit kann die Tiere töten“, sagt die Dreieicher Pferde-Tierärztin Dr. Ulrike Häusler-Naumburger. „Und dieser Tod ist mit unsagbaren Qualen verbunden.“

Kostspielige Therapie oder Einschläferung

Das Problem: Die Tiere vertragen nichts was bläht, reagieren mit Koliken, weil sich der Darm verknotet. Meist müssen die Tiere dann vom Tierarzt erlöst werden. Noch tückischer ist die sogenannte Hufrehe. Sie entsteht durch die Aufnahme von zu viel Kohlehydraten. „Dabei löst sich, vereinfacht gesagt, der Huf vom Knochen“, erklärt Häusler-Naumburger. Hier kann nur eine extrem kostspielige Therapie helfen. Sonst muss eingeschläfert werden. Pony Flöckchen ist der Hufrehe schon zum Opfer gefallen. Weitere drei Ponys mussten in der Klinik intensiv behandelt werden. „Das hat uns eben mal 2800 Euro gekostet. Und alles nur, weil ein paar hirnlose Spaziergänger mit ihren Kindern oder Enkelchen Pferde füttern wollen“, sagt Karin Diefenbach. Sie und ihr Mann wollen jetzt die Koppel per Video überwachen und jeden anzeigen, der Futter über den Zaun wirft.

Die Übeltäter müssen mit empfindlichen Geldstrafen bis hin zu einer Freiheitsstrafe rechnen, denn laut dem Dieburger Polizeidienststellenleiters Klaus Pauls handelt es sich dabei nicht um ein Kavaliersdelikt: „Da wird gegen das Tierschutzgesetz verstoßen.“

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