Für die Pendler wird es immer enger

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Immer mehr Menschen im Taunus wollen nicht im Stau stehen. Stattdessen parken viele ihre Autos in der Nähe einer Bahn-Station und wechseln auf öffentliche Verkehrsmittel.

Taunus – Tagtäglich müssen sich Pendler durch den Strom des Berufsverkehrs quälen. Wer auf nervige Staus, Blitzer und Umleitungen verzichten möchte, hat die Park-and-Ride-Alternative in der Hinterhand. Doch wie belastet sind diese Parkplätze im Taunus? Von Dirk Beutel

Ab einer bestimmten Uhrzeit kann man es vergessen. Dann ist mit ziemlicher Sicherheit auch der letzte Park-and-Ride-Parkplatz besetzt. Besonders ärgerlich für die Kommunen, wenn die kostenlosen Parkplätze nicht von den eigenen, sondern von Pendlern von außerhalb beschlagnahmt werden.

Oder wenn Dauerparker, die in der Innenstadt arbeiten, alle Parkplätze während ihrer Arbeitszeit blockieren und sie dadurch unattraktiv machen. In Bad Homburg etwa scheint dies kein Thema zu sein. „Unabhängig von der Uhrzeit bekommt man hier einen Platz“, sagt ein Sprecher.

Ganz andere Probleme kennt die Stadt Hofheim. Die Kommune hat zwar weniger Schwierigkeiten mit den Pendlern, die die Kreisstadt verlassen. Für diese steht ein Park-and-Ride-Parkplatz mit zwei Etagen und etwa 240 Stellplätzen zur Verfügung, darunter auch mietbare Dauerparkplätze. Es sind vielmehr die Pendler, die nach Hofheim kommen, um dort zu arbeiten. Nicht wenige Berufstätige von Auswärts nehmen die kostenfreien Parkplätze im Stadtkern gerne in Anspruch, aber das geht zu Lasten der Anwohner und des Einzelhandels. „Wir wollen diese Plätze freihalten. An den Dauerparkern verdienen die Ladengeschäfte in der Innenstadt schließlich nichts“, sagt Sprecher Harald Haaker. Zwar werden im Hofheimer Zentrum für einige Parkplätze Gebühren erhoben, aber längst nicht für alle. Das soll sich nun zum 1. April ändern. „Dann wird die Parkdauer im Zentrum auf zwei Stunden begrenzt. Anwohner bekommen einen entsprechenden Parkausweis“, sagt Haaker. Mit dieser Maßnahme versucht die Kommune die Pendler, die es in die Innenstadt zieht, auf die etwa 400 Meter vom Zentrum entfernten freien Parkplätze zu lenken. „In der Innenstadt soll nicht nur gearbeitet, sondern auch gelebt werden“, sagt Haaker.

Aus kostenlosen werden gebührenpflichtige Parkplätze

Oberursel hingegen ist nicht nur für Pendler aus der eigenen Bevölkerung, sondern vor allem für die Berufstätigen aus den Nachbarkommunen als Zwischenstation attraktiv. „Wir wollen vor allem dafür sorgen, dass unsere eigenen Bürger bequem ihren Arbeitsplatz erreichen“, sagt Stadtsprecherin Nina Kuhn. Natürlich seien die günstigen, gut gelegenen Parkplätze für alle Pendler besonders reizvoll.

Noch bietet die ehemalige Hessentagsstadt derzeit fünf echte Park-and-Ride-Parkplätze an. Doch diese Situation wird sich am 1. März, zumindest am beliebten Oberurseler Bahnhof ändern. Aus den freien Parkplätzen am Schrankenwärterhäuschen werden laut Kuhn 80 Dauerparkplätze. Die Gebühr soll 40 Euro im Monat betragen. „Noch gibt es freie Stellplätze zu mieten. Interessenten können sich an die Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft SEWO wenden“, sagt Nina Kuhn.

Auch auf der anderen Seite des Bahnhofs soll etwas für den Pendleransturm getan werden. Wie Kuhn mitteilt, sollen dort in Kürze weitere 100 Stellplätze für eine Tagesgebühr in Höhe von 2,50 Euro entstehen. Allerdings wird ein Teil für Mieter und Besucher des nahe gelegenen Ärztehauses vorbehalten sein. Derzeit ist der komplette Parkplatzbereich noch eingezäunt.

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