Steinheimer sauer

Die Stadt will sein Haus mit Parkplätzen zubauen

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Rolf Kämmerer kann es nicht fassen: Auf dem Platz vor seinem Haus sollen Parkplätze entstehen.
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Region Rhein. Main – Rolf Kämmerers kleines Häuschen in der Steinheimer Altstadt wirkt jetzt schon wie eingepresst zwischen den Nachbarhäusern. Nur vor dem Haus sorgt ein kleiner Platz mit einer großen Linde in der Mitte für etwas Wohnqualität. Von Christian Reinartz

Doch jetzt will die Stadt Hanau dort mehrere Parkplätze ausweisen. Kämmerer ist deswegen sauer: „Dann bin ich komplett zugebaut. “.

Rolf Kämmerer erinnert sich gut an die Zeit vor 15 Jahren. Damals war der Platz schon einmal als Parkplatz genutzt worden. „Das war die Hölle“, sagt Kämmerer. „Jede Nacht haben die Gaststättenbesucher bei mir geklingelt, wollten wissen, wer ihr Auto zugeparkt hat.“ Zudem habe das Anlassen der Motoren in dem kleinen Eck furchtbar gedröhnt. „Da konnte niemand ein Auge zumachen.“ Damals habe der Ordnungsamtschef ein Einsehen gehabt und das Plätzchen für Fahrzeuge mit Betonpollern sperren lassen.

Ständige Parkplatz-Knappheit in Steinheim

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Nun sollen nach einem Antrag der Grünen im Ortsbeirat dort bald wieder Autos parken dürfen. Eine Reaktion auf die ständige Parkplatzknappheit in der Steinheimer Altstadt.

Doch damit will sich Kämmerer nicht abfinden. „Die schaffen sich da selbst neuen Parkraum und ich hab dann die Probleme.“ Besonders wurmt ihn, dass viele Steinheimer potentielle Parkplätze vor ihren Wohnhäusern mit Blumenkübeln verstellt haben. „Da sollte die Stadt doch als Erstes mal ran“, argumentiert Kämmerer. Er versucht, einen Gesprächstermin bei Oberbürgermeister Claus Kaminsky zu erhalten. „Aber da warte ich schon seit Wochen auf eine Reaktion“, sagt Kämmerer.

Als der EXTRA TIPP Stadtsprecher Joachim Haas-Feldmann damit konfrontiert, will der Kämmerers Vorwurf nicht gelten lassen. Kämmerer sei über einen Gesprächstermin am 14. Februar informiert worden. Haas-Feldmann: „Insofern lässt es sich nicht aufrecht erhalten, dass er im OB-Büro angeblich kein Gehör findet.“ Eine Aussage, die Kämmerer laut auflachen lässt: „Ich weiß bis heute noch nichts von einem Termin.“

Die endgültige Zahl steht noch nicht fest

Haas-Feldmann kann Kämmeres Aufregung offenbar nicht verstehen. Schließlich gehe es nur um genau drei Parkplätze, so der Sprecher. Ein Altglascontainer werde deshalb verschwinden.

Als der EXTRA TIPP mit Martina Kischel, der Referentin von Oberbürgermeister Claus Kaminsky spricht, räumt diese jedoch ein. „Die endgültige Zahl der Parkplätze steht noch nicht fest.“

Für Kämmerer ein Grund mehr, mit dem Oberbürgermeister zu sprechen. „Aber eine Einladung zum Gespräch habe ich immer noch nicht.“

Auch in anderen Städten sorgt das Parkplatzproblem immer wieder für Ärger in der Bevölkerung. So wird es mitunter auch den Gassen der Dieburger Altstadt gefährlich eng, sodass sich Anwohner schonmal über Wildparker aufregen.

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Christian Reinartz

Christian Reinartz

E-Mail:christian.reinartz@extratipp.com

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