Park-Chaos vor Frankfurter Schulen: Eltern pfeifen auf die Polizei

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Sobald die Stadtpolizei wieder abgezogen ist, parken die Eltern wieder wie wild vor Frankfurter Schulen.

Frankfurt – Schulanfänger leben in Frankfurt gefährlich. Weil immer mehr Eltern ihre Kinder zum Unterricht chauffieren. Aus einem eigentlich relativ sicheren Schulweg wird so durch wilde Rangiererei ein lebensbedrohlicher Hindernislauf. Grundschulen und der Frankfurter Schülerrat schlagen Alarm, doch die Stadt ist offenbar machtlos. Von Anna Magel und Christian Reinartz

Das Chaos beginnt Morgen für Morgen um 7.45 Uhr. Dann quetschen sich viel zu viele Autos durch die engen Straßen vor fast allen Frankfurter Grundschulen. Ihr Ziel: Das Schultor. Denn Filius soll so nah wie möglich bei der Schule abgesetzt werden. Rücksicht nehmen die Eltern auf andere Kinder dabei oft nicht und heizen regelrecht bis vor den Eingang.

Eltern fahren rücksichtslos gegenüber anderen Schulkindern

„Es ist nur eine Frage der Zeit, bis vor einer Frankfurter Schule ein Kind mal ernsthaft verletzt wird“, sagt Darius Shafiei. Er ist der Geschäftsführer des Frankfurter Schülerrats und hat selbst einen kleinen Bruder, der sich jeden Morgen durch das Verkehrschaos kämpfen muss. „Die Eltern interessiert dabei überhaupt nicht, dass sie jeden morgen andere Schüler gefährden“, ärgert er sich: „Hauptsache das eigene Kind wird direkt vor dem Schultor abgesetzt und muss keinen Meter zu viel laufen.“

Das Problem ist schon länger bekannt. Doch es wird mit jedem Schuljahr schlimmer. Weil morgen wieder der Unterricht beginnt, sind Schulen und Stadtpolizei schon jetzt in Alarmbereitschaft.

Das Eltern-Chauffeur Problem ist schon länger ein Thema der Schulen

„Eltern, die ihre Kinder mit dem Wagen zur Schule bringen, sind ein massives Problem“, klagt Ruth Seidel, Schulleiterin derZentgrafenschule in Seckbach. Schlimm: Das Kollegium hat schon alles versucht, um das Chaos zu verhindern. Doch weder Polizei noch Warnschilder haben geholfen. „Die Eltern ignorieren einfach die ganze Problematik.“

Auch an der Engelbert-Humperdinck-Grundschule im Nordend ist man empört über die sturen Eltern. Eine Lehrerin: „Die wollen doch ihre Kinder am liebsten direkt bis vors Klassenzimmer fahren und noch den Schulranzen reintragen.“ Nicht mal die öffentlichen Busse kämen durch.

Das Ordnungsamt Frankfurt kontrolliert verstärkt in den ersten Schulwochen

Beim städtischen Ordnungsamt, kennt man die Situation. „Wir kontrollieren in den ersten Schulwochen verstärkt die Geschwindigkeit vor den Schulen“, kündigt Rainer Michaelis, Leiter der Abteilung Verkehrssicherheit im Frankfurter Straßenverkehrsamt, an: „Dabei überprüfen wir natürlich auch die Parksituation.“

Dennoch ist die Stadtverwaltung offenbar machtlos gegen die Eltern-Taxis. Im Rathaus heißt es hinter vorgehaltener Hand: „Das Problem gibt es vor jeder Frankfurter Grundschule. Auch wenn wir eine Streife hinschicken, parken danach die Eltern wieder so wild wie vorher. Die lassen sich da von uns nicht beeindrucken.“

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