Offenbacher Verhältnisse für die Frankfurter Zeil

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Solch ein Schild wie in Offenbach hätte Wolfgang Kreickmann gerne auch an der Zeil in Frankfurt stehen

Frankfurt – Vorbild Offenbach: Dass sich der Blick auf die andere Main-Seite lohnt, hat der Frankfurter CDU-Politiker Wolfgang Kreickmann diese Woche erfahren. In der Offenbacher Fußgängerzone begutachtete er das Schild, das er auch gerne auf der Zeil hätte. Ein Radfahrverbot während der Ladenöffnungszeiten. Von Norman Körtge

Wolfgang Kreickmann hat nichts gegen Radfahrer. Auch findet es der Ortsvorsteher des Bezirks eins – Altstadt, Bahnhof, Europaviertel, Gallus, Gutleut und Innenstadt – wünschenswert, dass der Fahrradverkehr in Frankfurt gesteigert wird. Aber wenn es um die Zeil und die Fressgass‘ geht, dann kennt der CDU-Politiker kein Pardon. Da seine Forderung, das Radfahren in den beiden Fußgängerzonen generell zu verbieten, im Magistrat nicht mehrheitsfähig ist, hat der 69-Jährige nun einen Kompromiss ins Spiel gebracht. Kreickmann möchte, dass zumindest zwischen neun und 21 Uhr das Radfahren dort verboten wird.

Radfahr-Verbot von neun Uhr bis 21 Uhr?

Dass dies eine praktikable Lösung ist, davon überzeugte er sich diese Woche in Offenbach. Dort ist in der Fußgängerzone der Frankfurter Straße das Radfahren werktags nur nach 20 Uhr und vor neun Uhr erlaubt. Also außerhalb der Ladenöffnungszeiten. Entsprechende Schilder weisen darauf hin.

„Das ist wirklich sinnvoll“, meint Kreickmann und kontert die Argumente der Gegenseite, nach denen es nur wenige Rüpelfahrer gibt und es bislang keine schweren Unfälle gegeben hat. „Muss denn erst einer passieren, bevor die Politik handelt“, ereifert sich der CDU-Mann. Er mag es sich gar nicht ausmalen, was passieren könnte, wenn mal ein Kind sich von seinen bummelnden Eltern im Spiel losreißt und in ein Fahrrad rennt.

Forderung ist im Magistrat nicht mehrheitsfähig

Rückendeckung erhält er unter anderem von der Frankfurter FDP. Deren Fraktionsvorsitzende Annette Rinn teilte diese Woche mit, dass sie Kreickmanns Vorhaben unterstützt. „Jeder, der mit dem Auto oder mit der U-Bahn in die Stadt kommt, muss irgendwann aus dem Auto oder der Bahn aussteigen und die letzten Meter zu Fuß gehen. Es gibt keinen Grund, warum das nicht auch Radfahrern zumutbar sein soll“, sagt sie.

Sowohl Rinn als auch Kreickmann fordern darüber hinaus, dass die Verbote und Vorschriften auch regelmäßig kontrolliert werden müssen.

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