Anwohnerinitiative gegründet

Pizzabäcker kämpfen weiter gegen Taunus-Investor

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Symbolfoto

Offenbach - Die Pizzeria im Offenbacher Nordend steht vor dem Aus. Der neue Hausbesitzer aus dem Taunus scheint mit seiner Klage vor Gericht Recht zu bekommen. Aber die Betreiber geben den Kampf nicht auf. Von Norman Körtge

„Ich werde weiterhin alles dafür tun, dass meine Eltern ihre berufliche Existenz nicht verlieren“, gibt sich Tochter G. betont kämpferisch. Und dass, obwohl sie und ihre Eltern am Mittwochvormittag das Landgericht Darmstadt eher betrübt verlassen haben. Denn Richter Kullack ließ keinen Zweifel daran, dass er der Räumungsklage der Aveo Real Estate GmbH um Geschäftsführer Marc Hundt aus Eschborn – dem neuen Eigentümer des Hauses Ludwigstraße in Offenbach – Recht geben wird. Dies würde bedeuten, dass Familie G. ihre Pizzeria nach 33 Jahren aufgeben müssen. Das Urteil soll Ende April fallen.

Di Glorias fühlen sich hinters Licht geführt

Wie der EXTRA TIPP berichtete, fühlen sich die Betreiber von dem neuen Eigentümer und der Hausverwaltung Männche-Immobilien um Geschäftsführer Tobias Männche hinters Licht geführt. Nach Aussage der Familie hatten sie sich mit dem mittlerweile verstorbenen Vorbesitzer auf eine Vertragsverlängerung bis 2017 geeinigt. Bis zur Rente von Herrn G. Von Seiten des neuen Besitzers soll dies zunächst auch bejaht worden sein, so Frau G. Doch dann kam vor gut einem Jahr die Kündigung.

Anwohnerinitiative für die Ludwigstraße gegründet

Einen am Mittwoch vom Richter angestrebten Vergleich, wonach die Pizzeria erst Ende des Jahres geräumt werden muss und nicht sofort, nahmen beide Seiten nicht an. Der Anwalt der Aveo Real Estate begründete dies unter anderem damit, dass es in sozialen Netzwerken Beschimpfungen gegen seinen Mandaten gegeben habe. Frau G. jedenfalls hat jetzt eine Anwohnerinitiative gegründet. „Wir wollen uns gemeinsam gegen die schlechte Behandlung durch den neuen Besitzer wehren“, sagt sie. Unterstützung erhält sie dabei von Stadtverordneten Fiona Merfert, Die Linke. „Gemeinsam können die vielen Einzelbetroffenen mehr erreichen“, meint sie. Nur so könne systematisch gegen die Methoden der Eigentümer und der Hausverwaltung rechtlich wie politisch vorgegangen werden.

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