Anwohnerinitiative gegründet

Pizzabäcker kämpfen weiter gegen Taunus-Investor

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Ihre Pizzeria Il Bosco im Offenbacher Nordend existiert seit 33 Jahren. Nun müssen Filippo, Brunella und Antonietta Di Gloria um die Existenz bangen.

Offenbach - Die Pizzeria Il Bosco im Offenbacher Nordend steht vor dem Aus. Der neue Hausbesitzer aus dem Taunus scheint mit seiner Klage vor Gericht Recht zu bekommen. Aber Brunella Di Gloria gibt den Kampf nicht auf. Von Norman Körtge

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„Ich werde weiterhin alles dafür tun, dass meine Eltern ihre berufliche Existenz nicht verlieren“, gibt sich Brunella Di Gloria betont kämpferisch. Und dass, obwohl sie und ihre Eltern am Mittwochvormittag das Landgericht Darmstadt eher betrübt verlassen haben. Denn Richter Kullack ließ keinen Zweifel daran, dass er der Räumungsklage der Aveo Real Estate GmbH um Geschäftsführer Marc Hundt aus Eschborn – dem neuen Eigentümer des Hauses Ludwigstraße 187 in Offenbach – Recht geben wird. Dies würde bedeuten, dass Antonietta und Filippo Di Gloria ihre Pizzeria Il Bosco nach 33 Jahren aufgeben müssen. Das Urteil soll Ende April fallen.

Di Glorias fühlen sich hinters Licht geführt

Wie der EXTRA TIPP berichtete, fühlen sich die Di Glorias von dem neuen Eigentümer und der Hausverwaltung Männche-Immobilien um Geschäftsführer Tobias Männche hinters Licht geführt. Nach Aussage der Di Glorias hatten sie sich mit dem mittlerweile verstorbenen Vorbesitzer auf eine Vertragsverlängerung bis 2017 geeinigt. Bis zur Rente von Filippo Di Gloria. Von Seiten des neuen Besitzers soll dies zunächst auch bejaht worden sein, so Brunella Di Gloria. Doch dann kam vor gut einem Jahr die Kündigung.

Anwohnerinitiative für die Ludwigstraße gegründet

Einen am Mittwoch vom Richter angestrebten Vergleich, wonach die Pizzeria erst Ende des Jahres geräumt werden muss und nicht sofort, nahmen beide Seiten nicht an. Der Anwalt der Aveo Real Estate begründete dies unter anderem damit, dass es in sozialen Netzwerken Beschimpfungen gegen seinen Mandaten gegeben habe. Brunella Di Gloria jedenfalls hat jetzt eine Anwohnerinitiative für die Ludwigstraße 187-197 mit seinen etwa 180 Wohneinheiten gegründet. „Wir wollen uns gemeinsam gegen die schlechte Behandlung durch den neuen Besitzer wehren“, sagt sie. Unterstützung erhält sie dabei von Stadtverordneten Fiona Merfert, Die Linke. „Gemeinsam können die vielen Einzelbetroffenen mehr erreichen“, meint sie. Nur so könne systematisch gegen die Methoden der Eigentümer und der Hausverwaltung rechtlich wie politisch vorgegangen werden.

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