Möbelhaus Zebra

Mainarbeit: Zwangskauf  auch für Kreditnehmer

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Vom Aussehen noch einigermaßen in Ordnung: Diese rote Couch musste ein Offenbacher Hartz-IV-Empfänger bei Zebra kaufen. Wer sich draufsetzt, spürt deutlich die Holzstreben in der Rückenlehne.

Offenbach - Offenbacher Hartz-IV- Empfänger wurden offenbar von der Mainarbeit nicht nur für die Erstausstattung zum städtischen Möbelhaus Zebra geschickt – auch Darlehensnehmer mussten dorthin. Von Norman Körtge

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Kritik an Erstausstattung für Hartz-IV-Empfänger

Der EXTRA TIPP-Artikel vom vergangenen Sonntag über die Zusammenarbeit zwischen der Mainarbeit in Offenbach und dem Möbelhaus Zebra (gehört zur städtischen Tochtergesellschaft GOAB), hat eine ganze Reihe von Offenbacher Hartz-IV-Empfängern dazu ermuntert, gegenüber der Redaktion ihre Erfahrungen zu schildern. Dabei kam heraus, dass nicht nur für die Erstausstattung die Antragssteller direkt zu Zebra geschickt wurden – und damit eventuell günstigere Konkurrenz-Angebote von Möbel-Discounter nicht beachtet wurden –, sondern auch Darlehensnehmer für sogenannte Ersatzbeschaffungen nur zu Zebra gehen durften. Zur Erklärung: Geht beispielsweise ein Herd kaputt oder ein Schrank fällt auseinander, können Hartz-IV-Empfänger ein Darlehen aufnehmen. Die Raten werden dann monatlich vom Regelsatz abgezogen.

Couch von Zebra ist mehr als primitiv

„Wir haben damals extra auch in anderen Möbelhäusern geschaut. Da gab es günstigere Couchgarnituren und das bei besserer Qualität“, meint ein Betroffener aus Bürgel. Aber die Aussage vor vier Jahren sei ganz klar gewesen: „Auch wenn wir ein Darlehen aufnehmen, müssen wir zu Zebra.“ Die rote Couchgarnitur jedenfalls ist mehr als primitiv – durch die Rückenlehne spürt man deutlich die Holzstreben.

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