Nach Verlegung in Reha-Klinik Bad Neustadt

Offenbacher kann sich Fahrtticket zu kranker Frau nicht leisten

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Markus Schuck.

Region Rhein-Main - Während seine Frau mit einer Blutblase im Hirn in Bad Neustadt in der Klinik liegt, kann der Offenbacher Markus Schuck sie nicht besuchen. Er hat keinen Führerschein. Und das Geld reicht nicht für die Fahrkarte. Von Christian Reinartz

Es sind nur zwei Minuten, die Angelika Schuck zu lang im Schlafzimmer ist. Ihr Mann Markus wird misstrauisch – und findet seine Frau bewusstlos vor. „Dann ging alles ganz schnell. Klinik, CT, Operation“, sagt Schuck. Der Schock und die Angst sind in seiner Stimmte zu hören. „Sie haben sie Gott sei Dank gerettet. Ohne sie hätte ich nicht gewusst, wie ich weiterleben soll“, sagt er mit gebrochener Stimme.

„Ich habe einfach kein Geld, um mir eine Fahrkarte zu kaufen“

Nach zwei Wochen wird seine Frau in eine Reha-Klinik nach Bad Neustadt verlegt. Und für Schuck beginnt eine schlimme Zeit. Denn anstatt ihr nach Feierabend beistehen zu können, muss er sie allein gegen die heimtückische Krankheit kämpfen lassen. „Ich habe einfach kein Geld, um mir eine Fahrkarte zu kaufen“, sagt Schuck. 100 Euro würden für einen Besuch fällig. Für die Schucks, die unter dem Existenzminimum leben, unmöglich.

Markus Schuck und Frau Angelika in der Klinik.

Seine Augen füllen sich mit Tränen. Es sind Tränen der Hilflosigkeit. Aber auch Tränen der Wut. Denn immer wieder fragt er sich: „Warum mussten sie meine Frau so weit wegbringen?“

Seine einzige Hoffnung: Eine Verlegung nach Bad Orb. „Auch, wenn der Arzt mich schon warnte, dass es Probleme mit der Kasse geben könne“, sagt Schuck. Und die Fahrtkosten wären auch dorthin zu teuer. Diese liegen mit dem RMV bei etwa 23 Euro pro Besuch. „Aber vielleicht kann ich es dann wenigstens ab und zu stemmen.“

AOK will helfen

Als der EXTRA TIPP bei AOK-Sprecher Riyad Salhi nachfragt, signalisiert der Hilfsbereitschaft. „Sobald Frau Schuck aus medizinischer Sicht bereit für eine Verlegung ist, übernehmen wir das“, versichert er. Am selben Abend erhält Schuck dann einen Anruf aus der Klinik. „Seine Frau wird verlegt.“ Schuck ist erstmal erleichtert, trotzdem holen ihn immer wieder die Sorgen ein, wenn er an die nächsten drei Monate denkt. Denn so lang dauert die Reha noch. Schuck: „Es müsste schon ein Wunder geschehen, damit ich regelmäßig bei meiner Frau sein kann, um ihr Kraft zu geben.“

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