Offenbacher gewinnt vor Gericht: Versicherung zahlt trotzdem nicht

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Nikolaus Dümpelmann aus Offenbach hat vor dem Frankfurter Sozialgericht gegen die Deutsche Rentenversicherung geklagt.

Offenbach – Nikolaus Dümpelmann aus Offenbach klagt gegen die Deutsche Rentenversicherung und gewinnt. Er fordert die Frührente, weil er nach fünf Bandscheibenvorfällen unter chronischen Schmerzen leidet. Trotz Gerichtsbeschluss zahlt die Versicherung ihm aber keinen Cent. Von Angelika Pöppel

„Ich werde hingehalten“, sagt Nikolaus Dümpelmann aus Offenbach. Schon im Juni 2010 beschloss das Frankfurter Sozialgericht, dass ihm die Zahlung der Rente zusteht. Doch der Offenbacher wartet auf sein Geld – bis heute. Immer wieder wurden ihm neue Zahlungstermine genannt. „Ich kann gar nichts mehr glauben“, sagt er. Der Antrag sei noch in Bearbeitung, heißt es auf Dümpelmanns Nachfrage bei der Rentenversicherung. „Wenn es so weiter geht, kann ich mir sogar die Zuzahlung meiner Medikamente nicht mehr leisten“, sagt der Offenbacher. Der 54-Jährige ist Schmerzpatient. Wöchentlich muss er gespritzt werden und täglich nimmt er starke Medikamente ein. 28 Gutachten hat er bereits erstellen lassen, die ihm Bewegungsunfähigkeit durch entzündete Nervenenden und fünf defekte Lendenwirbel bescheinigen. Unter 23 Jahren Arbeit als Landschaftsgärtner hat sein Körper gelitten.

Zur Zeit arbeitet er ehrenamtlich als Berater. Seine Lebensgefährtin muss für ihn aufkommen. Denn Arbeitslosengeld kann der 54-Jährige auch nicht beantragen, so lange er krankgeschrieben ist.

Dümpelmann will sein Recht weiterhin einfordern: „Ich habe noch Hoffnung. Und wenn ich nochmal klagen muss.“ Dazu muss es laut Astrid Morchat von der Deutschen Rentenversicherung in Darmstadt nicht kommen. „Wir haben kein Interesse daran, Kunden warten zu lassen. Ich werde den Fall unverzüglich prüfen lassen“, verspricht Morchat. Somit bleibt Dümpelmann wieder nichts anderes übrig, als abzuwarten.

 

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