„Jetzt reicht’s!“: Schon wieder Algen im Schultheisweiher

+
Baden verboten! Schon wieder herrschte am Schultheisweiher vergangene Woche Algen-Alarm.

Offenbach – So langsam haben die Offenbacher die Faxen dicke. Schon wieder ist der Schultheisweiher wegen Algen gesperrt worden. Dabei hatte sich die Stadt noch vor kurzem für die angeblich erfolgreiche Weiher-Sanierung gefeiert. Von Christian Reinartz

Beate Friebel

Der EXTRA TIPP hat bei Politikern, Badegästen und Gewässerexperten nachgefragt, was sie vom offenbar erfolglosen Engagement der Stadtverwaltung halten. Es ist wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Erst investiert die Stadt zigtausende Euros in die Sanierung des Schultheisweihers. Dann behauptet ein Stadtvertreter, dass alles ganz erfolgreich gewesen ist und man nun das Algen-Problem im Griff habe. Dann scheint die Sonne ein paar Tage und der See wird von der Stadt gesperrt.

Diese Abfolge wiederholt sich seit vielen Jahren immer wieder in unregelmäßigen Abständen. Investierte Summe bisher, laut CDU-Fraktion: Über eine Million Euro. Allein das letzte Hilfspaket war 400.000 Euro schwer. Dabei hatten die Offenbacher nach dem Abschluss der Weihersanierung echte Hoffnung, dauerhaft von der Algenplage verschont zu werden. Birgit Simon selbst hatte noch auf ihrer Abschiedsrede im Juni betont, dass mit dem Weiher alles in Ordnung sei und sich über die ständigen Nachfragen aus Reihen der CDU-Opposition beschwert. Doch die sind offenbar mehr als begründet. Denn der Weiher war Freitag vor einer Woche schon wieder wegen Algen dicht. Diesmal betrug die Konzentration den dreifachen Wert des erlaubten Höchstwertes.

Lesen Sie auch:

Stadt entfernt Wasserpflanzen, obwohl die die Blaualgen in Schacht halten

Land Hessen lässt den Schultheisweiher dreckig

Am Mittwoch gab’s zwar wieder Entwarnung. Dennoch ist für CDU-Chef Peter Freier das Maß jetzt endgültig voll. „Entweder die Stadt saniert den Weiher professionell und mit allen nötigen Mitteln, oder er muss für Schwimmer gesperrt werden“, sagt Freier: „Dann gibt’s da eben nur eine Liegewiese.“ Als Alternative könne er sich vorstellen, den Betrieb des EOSC-Bads auf der Rosenhöhe mit städtischer Hilfe zu unterstützen. „Wir können nicht noch mehr Geld in sinnlose Sanierungsaktionen stecken.“

Badegast Beate Friebel sagt: „Ich bin sauer auf die Stadt, weil die nur leere Versprechungen gemacht hat. Der Weiher ist immer noch nicht in Ordnung, obwohl so viel Geld investiert wurde." Und Roberto Bozzetti fügt hinzu: "Jetzt reicht’s! Das was die Stadt macht ist lächerlich. Die sollten einen echten Fachmann übernehmen lassen. Dann wäre schnell klar, dass hier ein Zu- und Ablauf fehlt.“

Umweltamtsleiterin Heike Hollerbach verteidigt: „Die wichtigen Werte sind im grünen Bereich. Die Sanierung war erfolgreich. Der See ist in einem guten Zustand und wir hatten zwei Jahre lang keine Sperrung.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare