Stadt und Kita sprechen sich bei Platzvergabe falsch ab

Panne: Offenbacher Kita ohne Kinder

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Leiterin Heidi Lehmann in der Offenbacher Kita Minizwerge in. Sie hofft dass die Räume der Einrichtung bald von zahlreichem Kinderlachen erhellt werden.

Offenbach – Weil sich das Jugendamt Offenbach und die Kita-Leiterin Heidi Lehmann offenbar nicht ausreichend absprechen, liegen Kita-Plätze brach. Und das obwohl in der Region zahlreiche Eltern oft mit der Warteliste der Kindertagesstätten Vorlieb nehmen müssen. Von Fabienne Seibel

Um die Vergabe der Plätze bei der Kita „Minizwerge“ herrscht Chaos. „Wir wollen 40 Kinder im Alter von einem bis drei Jahren in jeweils vier Gruppen in unserer Kita aufnehmen. Bisher fehlen uns aber die Anmeldungen“, sagt Heidi Lehmann. Die Leiterin der Offenbacher Kita „Minizwerge“ in der Waldstraße hat Schwierigkeiten, die Plätze ihrer Kita zu füllen. Auch von der Stadt Offenbach kommt zu wenig Nachschub. Anfang Mai wird die Kita ihre Räumlichkeiten für die Offenbacher Kleinsten öffnen.

Chaos zwischen Offenbacher Jugendamt und Kita

Hermann Dorenburg vom Offenbacher Jugendamt und zuständig für die Kitas erzählt jedoch eine ganz andere Geschichte: „Die Stadt Offenbach hat bei Frau Lehmann nachgefragt, ob bei ihr noch Plätze zur Verfügung stehen. Frau Lehmann sagte, dass sie höchstens noch fünf bis sechs Plätze zu vergeben habe. Dies führte zu dem Rückschluss, dass die Kita-Plätze bei ihr bereits voll belegt sind.“

Lehmann reagiert darauf empört und sagt: „Ich habe bei der Stadt um ein paar Plätze angefragt, weil ich die Kita Schritt für Schritt mit Kindern füllen will. Es war nicht die Rede davon, dass die restlichen Plätze belegt sind.“ Als der EXTRA TIPP nochmal nachhakt, rechtfertigt sich Dorenburg: „Die Kita „Minizwerge“ hat noch gar nicht die Betriebserlaubnis für alle 40 zu vergebenden Plätze. Deshalb wurden bisher keine weiteren Kinder von der städtischen Warteliste zugeteilt.“

Eine Lösung zeichnet sich ab

Am Ende zeichnet sich eine Lösung ab. Lehmann und das Jugendamt Offenbach möchten künftig enger zusammen arbeiten. Das Jugendamt will der Kita auf der Waldstraße bei mangelnden Anmeldungen stärker unter die Arme greifen und Kinder vermitteln.

Doch der Kern des Problems ist nicht gelöst, denn Kita-Leiterin Lehmann sagt: „Die Warteliste der Stadt und die Liste der Kitas sind einfach nicht genug miteinander vernetzt. Zudem sprechen sich die Kitas untereinander zu wenig ab. Wenn ein Kind, das auf der Warteliste steht, einen Kita-Platz erhält, werden die anderen Kitas darüber nicht informiert“, sagt Lehmann. Die Sozialpädagogin führt aus: „Um größere Chancen zu haben, beantragen viele Eltern für ihre Kleinsten bei mehreren Kitas einen Platz. Wenn sie dann tatsächlich einen bekommen, wird das bei anderen Kindertagesstätten nicht aufgeführt.“

Wartelisten sind nicht ausreichend miteinander vernetzt

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Dorenburg ist da anderer Meinung: „Bei neuen Einrichtungen ist das am Anfang immer ein bisschen zäh. Aber der Bedarf an Kita-Plätzen ist da und auch diese Kita wird voll werden, wenn die Betriebserlaubnis für alle 40 Plätze vorliegt.“

Lehmann hofft, dass sich die zeitaufwendige Errichtung der neuen Kita gelohnt hat: „Wir haben hier sehr viel Mühe und Zeit reingesteckt. Das Dach ist neu, in den Räumen wurden neue Böden verlegt und wir haben alles liebevoll renoviert und gestaltet.“ Sie ergänzt: „Ich hoffe, dass viele Eltern mit ihren Kindern den Weg zu uns finden werden.“

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