Nordend wird zur Müllkippe

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Ein Tag nach dem Friedberger Markt gleicht der Platz einer Müllkippe.

Frankfurt – Hunderte Flaschen, Glasscherben und Müll häufen sich mitten im gepflegten Stadtteil Nordend auf dem Friedberger Platz. Die Anwohner haben genug und gründeten eine Initiative, um gegen die Verwüstung vorzugehen. Von Angelika Pöppel

Jo Kellermann (rechts mit Schal) und Marc Henklein sehen von ihrem Balkon aus, regelmäßig zu, wie sich der Friedberger Platz in eine Müllkippe verwandelt.

Wenn Marc Henklein und Jo Kellermann am Samstagmorgen von ihrem Balkon im Nordend auf den Friedberger Platz blicken, bietet sich ihnen ein Bild der Verwüstung: Die Grünfläche und die umliegenden Gehwege sind völlig vermüllt. Grund: Der kleine Markt im Nordend ist zueinem beliebten Treffpunkt für Tausende Frankfurter geworden. Und die hinterlassen jeden Freitagabend riesige Mengen Müll. „Zu Bestzeiten kommen rund 2000 Menschen“, sagt Henklein. So bald es wieder wärmer wird, erwartet er rund 500 Besucher mehr und damit noch mehr Dreck.

Mit Mülltonnnen und Tüten gegen die Schmutzfinke

„Ich bin ein Drecksack, benutz mich!“ – Mülltüten mit dieser Aufschrift verteilten Mark Henklein und Jo Kellermann an die Marktbesucher. So versuchen die Gründer der Initiative „Retter vom Markt“ die Schmutzfinke zu animieren, ihren Müll zu entsorgen. Gegen den Markt selbst und auch gegen die vielen geselligen Besucher haben die zwei Frankfurter und ihre rund 550 Anhänger nichts. „Wir wollen etwas für den Markt tun und ihn nicht abschaffen“, sagt Henklein. Durch Gespräche mit der Stadt stehen Freitags zehn Mülltonnen auf dem Platz – vorher waren es nur vier. Auch mehr Toiletten wurden aufgestellt. Gegen Betrunkene, die noch bis zwei Uhr nachts in der Nähe des Platzes randalieren, könne man nichts tun, sagt Henklein. Doch die Müll-Verwüstung ist „gefühlt besser geworden.“ Im Frühjahr wird sich zeigen, ob ihre Arbeit gefruchtet hat.

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