Neues Handy navigiert ihn an den finanziellen Abgrund

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Cafer Sahin mit der Handyrechnung über 4200 Euro. Mit Mahnungen liegt der Betrag mittleweile bei knapp 5000 Euro.

Offenbach – „Zu zahlender Betrag: 4190,99 Euro“ steht auf der Handy-Rechnung von Cafer Sahin. Erstellt am 12. November 2008. Beim Anblick des Betrages kann der Offenbacher nur den Kopf schütteln. Innerhalb eines Tages soll diese Summe aufgelaufen sein. Sahin kann sich das nicht erklären, Mobilfunkbetreiber Base fordert die Bezahlung. Mittlerweile ist die Sache vor Gericht. Von Norman Körtge

Für Cafer Sahin ist das alles wie ein böser Traum. Vor allem auch deshalb, weil sich das ganze über Nacht zugetragen haben muss. „Meiner Meinung nach ist das Betrug“, sagt der 22-Jährige.

Begonnen hatte alles damit, dass seine Frau im Oktober 2008 in einem Handy-Laden in der Offenbacher Herrnstraße einen neuen Vertrag abschloss. Dazu gab‘s auch ein neues Handy: Das Samsung i900 Omnia mit Navigationsfunktion. „Meine Frau wollte lieber ihr altes behalten. Also habe ich es genommen“, berichtet er.

Synchronisation sollte nur drei bis vier Euro kosten

Doch die erste Enttäuschung nach dem Auspacken: Die Navigationsfunktion funktionierte nicht. Deshalb ging Sahin am nächsten Tag noch einmal in den Laden. „Der Mitarbeiter sagte mir dort nach Rücksprache mit seinem Chef, dass noch eine Synchronisation stattfinden muss. Das kostet etwa drei bis vier Euro“, erzählt der Offenbacher. Hilfsbereit richtete ihm der Handy-Verkäufer die Verbindung ein. Offensichtlich mit fatalen Folgen.

Sahin kann die 4200 Euro nicht zahlen

„Als ich am nächsten Morgen telefonieren wollte, funktionierte die Karte nicht mehr“, erzählt Sahin. Er fragte bei Base nach und bekam zur Antwort, dass die Karte „wegen eines erhöhten Datenvolumenaufkommens gesperrt“ wurde. Rechnungsbetrag: 4190,99 Euro. „Base besteht auf Zahlung, obwohl es nicht mein Fehler war“, ärgert sich Sahin. „Ich habe gerade meine Ausbildung beendet. Ich kann das gar nicht bezahlen“, sagt der Offenbacher, der einen Anwalt eingeschaltet hat. Anfang Mai fand eine erste Güteverhandlung vor Gericht statt. Diese blieb aber ergebnislos, da der Richter sich noch genauer mit der Materie beschäftigen muss, so Sahin.

Funkstille herrscht beim Mobilfunkbetreiber Base. Obwohl der EXTRA TIPP im Laufe der vergangenen Woche mehrfach Anfragen zu dem Fall stellte, sah sich Base nicht zu einer Stellungnahme in der Lage.

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