Damit nicht mehr so viel gefeiert wird!

Bahnhofsviertelnacht findet jetzt im Herbst statt

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An den Bars wurden bislang auch auf der Straße Drinks ausgeschenkt. 

Frankfurt - Was ein Paukenschlag! Die Stadt Frankfurt hat den Termin der nächsten Bahnhofsviertelnacht bekanntgegeben: Den 10. November. Für fast alle Fans und viele der teilnehmenden Aussteller der Bahnhofsviertelnacht ein Schlag ins Gesicht. Von Christian Reinartz 

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Denn allzuviele werden sich bei kaltem und wahrscheinlich regnerischem Wetter kaum auf den Straßen des Viertels aufhalten wollen. Dabei war es das Gedränge, das die Bahnhofsviertelnacht in den vergangenen Jahren zu einem echten Erfolgsgarant hat werden lassen. Dass das nicht allen Recht war, war schon im vergangenen Jahr zu spüren, als Ordnungsdezernent Markus Frank ohne Gnade durchgriff und schon während des Festes für Ruhe und Ordnung sorgte. 

Die Bahnhofsviertelnacht ist ein echter Besuchermagnet. 

In den folgenden Woche folgte eine Welle der Empörung seitens viele Besucher, aber auch zahlreicher Gastrobetriebe, die die harte Hand des Ordnungsamtes zu spüren bekommen hatten. Doch offenbar ohne Wirkung. Stattdessen hat das Presse- und Informationsamt (PIA) klammheimlich an einem Konzept getüftelt, dass das Feiern in gewohnter Tradition unmöglich macht. Bei der Stadt hört sich das anders an. In einer Mitteilung des Presse- und Informationsamtes heißt es, der Termin rücke das Engagement des Quartiers ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Und weiter: „Unter dem Motto ,Ein Stadtteil öffnet seine Türen' laden die Menschen aus dem Viertel in ihre Räumlichkeiten ein. Wie gewohnt gestalten sie dort ihr eigenständiges Programm, wie beispielsweise Besichtigungen, Lesungen, Diskussionsrunden oder andere Informationsangebote.“ 

Bilder von der Bahnhofsviertelnacht in Frankfurt

In Oskar Maler, Präsident des Gewerbevereins für das Bahnhofsviertel, hat die Stadt einen Befürworter gefunden. Er begrüßt die Verlegung in den Herbst: „Wir brauchen mehr Raum für unsere Vielfältigkeit. In den letzten Jahren war der Einzelne nicht mehr sichtbar, die Facetten unseres Stadtteils nicht mehr wahrnehmbar.“ 

Bahnhofsviertelfotograf Ulrich Mattner hat Verständnis für das Presse- und Informationsamt: „Die haben dafür einfach kein Budget.“ Niemand habe vor Jahren erwartet, dass sich die Bahnhofsviertelnacht zu so einer riesigen Party entwickelt. Mattner sagt: „Eigentlich müssten die Stadtoberen das PIA nicht allein damit stehen lassen, sondern das Geld dafür zur Verfügung stellen, um diese Marke nicht sterben zu lassen. Oder klipp und klar sagen, dass sie so eine Party nicht wollen.“ 

Gastronomen sind sauer

Unterdessen sind zahlreichen Gastronomen sauer wegen des Vorgehens der Stadt. Radu Rosetti, Inhaber der Szene-Bar „Walon&Rosetti“, fühlt sich bevormundet. „Die Stadt hat uns einfach vor vollendete Tatsachen gestellt.“ Zwar habe es schon im vergangenen Jahr eine Art runden Tisch gegeben. „Aber schon da wurden sie Spielregeln ausschließlich von der Stadt vorgegeben.“ Er versteht nicht, wo die Stadt jetzt hin will. „Schon beim letzten Mal haben wir aufwendig Konzerte aus eigener Tasche ermöglicht, um dem Kulturaspekt Rechnung zu tragen“, sagt Rosetti. „Und dann kam auf einmal die Stadt und hat uns Fenster und Türen geschlossen, weil es zu laut gewesen sein soll.“ So werde eine gute Idee kaputt gemacht. Dass die Stadt die Bahnhofsviertelnacht nun einfach verlegt hat, empfindet Rosetti als schwach: „Das ist die Reaktion eines trotzigen Kindes. Dabei hätte man da gemeinsam sicher einen Weg gefunden.“

Tausende bei der Bahnhofsviertelnacht

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