Im Namen des Herrn und der Kröten: „Wechselt die Bank!“

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Sauer auf die Banken: Der Dietzenbacher Pastor Samuel Diekmann predigt in seinem „Krötendienst“ gegen Geldinstitute, die unethische Geschäfte machen.

Region Rhein-Main –  Banken, die mit Lebensmittelspekulationen Hungersnöte heraufbeschwören oder Rüstungsfirmen finanzieren und große Kirchen, die damit Geld verdienen, machen Samuel Diekmann sauer. Deshalb ruft der Dietzenbacher Pastor alle Christen auf, ihre Bank zu wechseln. Von Christian Reinartz

„Die reden doch alle um den heißen Brei, wenn sie damit konfrontiert werden“, sagt Samuel Diekmann: „Denn auch die großen Kirchen investieren in Rüstung und Geschäfte, die den Lebensmittelpreis nach oben treiben.“ Seiner Meinung nach sind das unethische Geschäfte. Geschäfte, die ganze Völker in Kriege stürzen, ganze Länder in Hungersnöte. „Mit Banken, die so etwas anbieten, sollten christliche Kirchen doch nicht zusammenarbeiten“, sagt der Dietzenbacher Pastor: „Aber sie tun das allesamt.“

Diekmann scheint mit seiner Behauptung Recht zu haben. Als der EXTRA TIPP bei der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau nachfragt, sagt Sprecher Stephan Krebs: „Wir haben diese Entwicklung im Blick und arbeiten deshalb mit Prozentgrenzen.“ So fließe kein Geld in Unternehmen, die zu mehr als 25 Prozent an der Entwicklung, Herstellung oder Verteilung von Rüstungsgütern beteiligt sind. Ähnliche Prozentklauseln würden auch für andere kritische Geschäftsfelder gelten. Für Diekmann eine Farce: „Es ist nicht besser, unethische Geschäfte nur zu einem Viertel in Kauf zu nehmen.“

Auch die Vatikanbank muss sich mit Vorwürfen auseinander setzen

Bei der katholischen Kirche sieht es offenbar nicht besser aus. Zwar gibt es vom Vatikan eine Vorgabe, keine unethischen Geschäfte zu unterstützen. Dennoch muss sich selbst die Vatikanbank immer wieder mit Vorwürfen auseinander setzen, unethisch gewirtschaftet zu haben. Beim Bistum Mainz der katholischen Kirche gab es bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zum Thema.

Eines haben die großen Kirchen jedoch gemeinsam: Die meisten ihrer Gemeinden vor Ort haben Konten bei Geldinstituten, die mit solchen fragwürdigen Investitionen arbeiten. „Damit unterstützen auch die Kirchengemeinden im Kleinen dieses System“, sagt Diekmann.

In einer Internet-Predigt ruft er nun alle Christen dazu auf, ihre Bank zu wechseln. „Es gibt allein 35 Banken, die sauber arbeiten“, argumentiert er: „Wer Christ ist, sollte sich überlegen, ob er weiterhin sein Geld Banken anvertrauen will, die unethische Geschäfte machen.“

Die Predigt von Samuel Diekmann gibt‘s im Internet unter http://www.jesus-gemeinde-dietzenbach.de zu hören. Dort gibt es auch eine Liste mit allen „sauberen“ Banken.

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