Nacktsonnen erlaubt - solange sich keiner beschwert

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Ein Mann präsentiert sich splitternackt in der Öffentlichkeit.

Frankfurt – Bei den sommerlichen Temperaturen pilgern die Frankfurter in die grünen Parkanlagen. Aber einige Sonnenanbeter ziehen im Grüneburgpark regelmäßig blank. Die FKKler verstoßen damit gegen keine Vorschrift – solange sich niemand beschwert. Von Angelika Pöppel

Im Grüneburgpark bauen Kinder Sandburgen im Sandkasten auf einem Spielplatz. Andere turnen auf dem Gerüst oder laufen kreischend umher. Auf dem Spielplatz, nur ein paar hundert Meter weiter, ist es still. Der Platz, am Eingang in der Nähe der Sebastian-Rinz-Straße, ist wie ausgestorben. Kein Kind klettert auf dem Gerüst oder gräbt im Sandkasten. Der Grund: Auf der Wiese gegenüber liegen Tag für Tag nackte Männer. Regelmäßig sonnen sie sich, so wie Gott sie schuf, im Grüneburgpark auf ihrem Handtuch. Auf den Wegen fahren Familien mit Kindern auf dem Fahrrad vorbei und Spaziergängern bleibt der Anblick auch nicht verborgen.

Parkbesucher sehen es unterschiedlich

Die Parkbesucher haben unterschiedliche Meinungen zu den Nackten. Einen jungen Mann mit seinem Sohn stören die Blankzieher weniger: „Der Park ist groß genug. Aber sie könnten auch offizielle FKK-Bereiche an Badeseen aufsuchen.“ Ein Mann mit Kinderwagen, der in der Nähe der FKK-Wiese liegt, ist dagegen wütend: „Ich halte davon gar nichts. Es muss doch nicht sein, dass die da nackt rumliegen“. Einer älteren Frau, die mit ihrem Mann spaziert, geht es anders: „So lange die einen nicht belästigen, stört es mich überhaupt nicht.“

Frankfurter Ordnungsamt schreitet nicht ein

Und so sieht es auch das Frankfurter Ordnungsamt: So lange sich niemand beschwert, sonnen sich die Nackten straffrei. „Sollten wir gehäuft Beschwerden bekommen, würden wir die Personen darauf hinweisen“, sagt Ralph Rohr vom Frankfurter Ordnungsamt. Hier läge keinVerstoß gegen eine Straftat vor, so lange das Nacktsonnen „derart gesittet“ abläuft, erklärt Rohr. Das bedeutet, sie machen sich erst strafbar, wenn sie sich anderen Menschen absichtlich zeigen, erklärt Doris Möller-Scheu, Frankfurter Oberstaatsanwältin. Erst wenn die Nackten sich vor jemanden stellen oder diesen bedrängen, fällt es unter „Erregung öffentlichen Ärgernisses“. Auf der „Nacktwiese“ sonnen sich nur Männer. Einer von Ihnen bestätigt den Verdacht: „Hier ist der inoffizielle Gay-Bereich.“ Auch andere Parkbesucher wissen, dass hier Homosexuelle liegen. Ob es beim Nacktsonnen bleibt, ist fraglich. Denn immer wieder stehen die Nackedeie auf und verschwinden gemeinsam im Gebüsch. Und erst nach einiger Zeit kommen sie heraus.

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