Nach Schnee-Chaos   droht jetzt Hochwasser

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Überschwemmung in Fechenheim während dem letzten Hochwasser.

Frankfurt – Unglaubliche Schneemassen bedecken seit Wochen die Region. Schmelzen sie, droht Frankfurt ein Hochwasser, wie es bisher nur selten vorgekommen ist. Der Offenbacher Meteorologe Jens Hoffmann: „Wenn auf warme Temperaturen noch ein atlantisches Tief mit Regen folgt, wird es hier kritisch!“ Ob die Deichanlagen und Uferbefestigungen in Ordnung sind, kann bei der Stadt Frankfurt niemand beantworten. Dort schiebt man die Verantwortung von Amt zu Amt. Von Christian Reinartz

Die Rechnung ist einfach. Die Unmengen an Schnee, die auf Hausdächern und an Straßenrändern liegen bestehen aus Wasser. Taut es, muss das Wasser abfließen. „Wenn es schnell wärmer wird, ist das problematisch“, erklärt der Meteorologe Jens Hoffmann vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Dann sei der Boden nämlich noch gefroren und die Flüssen müssten das meiste Wasser aufnehmen. „Wenn dann auch noch ein Regentief vom Atlantik heraufzieht, haben wir schnell ein großes Hochwasser.“

In Frankfurt wird an einem Konzept für den Notfall gearbeitet

Im Frankfurter Rathaus überlegen die Verantwortlichen schon jetzt, wie und wann sie im Fall der Fälle die Bevölkerung warnen sollen, heißt es dort. Offiziell formuliert die Abteilungsleiterin Umweltüberwachung, Jutta Biermann, das so: „Wir erarbeiten zurzeit ein Konzept zum Thema Hochwasser.“

Besonders von einem Hochwasser betroffen wären neben den Innenstadtbereichen am Mainufer vor allem die Vorgärten an Erlenbach, Eschbach, Urselbach, Westerbach, Luderbach, Liederbach und Sulzbach. „Die Vorwarnzeit vor Hochwasser in den Taunusbächen ist sehr kurz“, erklärt Biermann die Gefahr. Für den Main sei die Zeit mit 24 Stunden komfortabler.“

Zuständigkeiten sind unklar

Doch in welchem Zustand die Hochwasserschutzanlagen und Deiche im Stadtgebiet sind, vermag sie nicht zu sagen. Biermann verweist an die Stadtentwässerung. Die wiederum an das Wasser- und Schifffahrtsamt Aschaffenburg. Dort gibt sich der Mitarbeiter belustigt: „Dafür ist wirklich die Stadtentwässerung zuständig.“ Bei der Pressestelle der Stadt Frankfurt ist Leiter Thomas Scheben sicher, dass das Grünflächenamt zuständig ist. Dessen Chef verweist an die Frankfurter Managementgesellschaft für Hafen und Markt. Und auch die erklären sich lediglich für einen kleinen Teil der Kai- und Uferanlagen zuständig.

Fazit nach dieser Ämter-Odyssee: Hoffentlich findet sich im Ernstfall schneller jemand, der die Feuerwehren über den Zustand der Deiche und Schutzanlagen informieren kann. Sonst schwimmen bald wieder Schwäne gen Römer.

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