Nach Busenverkleinerung ist Frankfurterin verzweifelt

Brustwarze weg: 53-Jährige leidet nach Brust-OP

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Frankfurt – Nach langer Leidenszeit und starken Schmerzen hat sich Claudia Boukala ihre Brüste von 100 E auf Körbchengröße C verkleinern lassen. Doch nach der OP ist sie unglücklicher denn je: „Das war Pfusch!“. Von Angelika Pöppel

Claudia Boukala aus Frankfurt.

Die Lebensgeschichte von Claudia Boukala ist eine traurige: Im Heim aufgewachsen, misshandelt, ihren leiblichen Vater nie kennengelernt – das sind nur einige der Schicksalsschläge, die die 53-Jährige überstanden hat. Doch ihr Leidensweg nimmt kein Ende. Seit mittlerweile zwei Jahren erträgt sie die Folgen einer Brustverkleinerung: „Meine Brustwarzen sind völlig vernarbt, da ist was schief gelaufen“, sagt die Frankfurterin. In der Tat: Beide Warzenhöfe sind mit Narben übersäht, die linke Brustwarze ist komplett weg. „Das habe ich mir anders vorgestellt!“

Seit vielen Jahren leidet sie unter Skoliose

Dabei hat sie jahrelang bei der Krankenkasse für diese Operation gekämpft. Denn schon als junges Mädchen litt sie unter ihren sehr großen Brüsten. Hänseleien in der Schule blieben nicht aus. Bis vor der OP hatte sie Körbchengröße 100 E. Und starke Rückenschmerzen. Wegen ihrer schweren Oberweite leidet die 53-Jährige an Skoliose – einer Rückenverkrümmung. „Ich habe so viel ausprobiert: Etliche Diäten und Stoffwechselkuren. Aber nichts hat geholfen“, sagt Boukala. Seit über 20 Jahren nimmt die Frankfurterin zusätzlich starke Medikamente, die eine Gewichtszunahme mit sich brachten.

Operation sei fehlerfrei verlaufen

2013 übernahm die Kasse endlich den langersehnten, rund 6000 Euro teuren Routineeingriff. In nur wenigen Stunden verlor sie zwei Körbchengrößen. Erst nach sechs Monaten Heilung konnte sie einen ersten Blick auf ihre neue Oberweite werfen. Doch statt Erleichterung erfuhr die Mutter von zwei Kindern einen Schock. „Das Ergebnis macht mich psychisch fertig. Ich schäme mich für diesen Anblick“, sagt sie traurig. Doch der operierende Arzt versichert ihr, alles sei wie geplant verlaufen. Aber: „Im Vorgespräch war nicht die Rede davon, dass meine Brustwarzen am Ende so aussehen werden“, sagt Boukala. Auch für die Krankenkasse ist der Fall mit der OP abgeschlossen. „Das ist doch unmenschlich!“, sagt sie.

Als der EXTRA TIPP den Frankfurter Arzt mit Boukalas Fall konfrontiert, stellt er klar: „Die Operation ist fehlerfrei und ohne Komplikationen verlaufen.“ Vielleicht seien die Erwartungen nicht im Bereich des Möglichen gewesen. Für Boukala ein Schlag ins Gesicht. Sie fühlt sich entstellt: „Ich hoffe wenigstens, dass er nicht noch mehr Frauen so etwas antut.“

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