Mysteriöser Brief stoppt Außenwette in Egelsbach

In dem Brief wird auf die Lärmbelästigung hingewiesen, insbesondere durch zusätzliche Übungsflüge für den Fernsehauftritt. Das Schreiben trägt den Wetten-Dass-Eingangsstempel vom 19. Dezember und ist unterzeichnet von Sigrid Hahn aus Erzhausen.

Doch die Bürgerinitiative gegen Fluglärm in Erzhausen bestreitet, jemals diesen Brief abgeschickt zu haben. Sigrid Hahn: "Ich bin nur Kassenwart im Verein und heiße außerdem Sigrun." Auch der Vorsitzende, Reiner Plasa, weiß von nichts. "Ein solches Schreiben wäre auch überflüssig gewesen. Ich hatte Kenntnis davon, dass das Gemeindeparlament Erzhausen die Wette auf dem Egelsbacher Flughafen nicht genehmigen wollte." Doch soweit kam es erst gar nicht, weil Veens Hubschrauberfirma den Antrag zurückgezogen habe.

Der Wettkönig ist außer sich. "Das ist die Höhe. Der zuständige Wetten-Dass-Redakteur hat mir den Brief gezeigt. Dort wird auch angedroht, dass Protestaktionen der Bürgerinitiative während der Sendung geplant sind. Er sagte mir, dass könne sich das ZDF nicht leisten. Das ist der Hauptgrund, warum das Ganze in Dortmund stattfand. Daher haben auch wir dann gesagt, dass wir zurückziehen."

Für Veen hätte die Wette in Egelsbach einen großen PR-Erfolg gebracht. Millionen Zuschauer hätten sich ein Bild vom Flughafen und seinen Möglichkeiten machen können. Auch für die Region wäre es kostenlose Werbung gewesen. Veen: "Meine Firma, die Helitransair, hätte zudem eine Party mit 2000 Gästen veranstaltet." Veen glaubt, dass die Bürgerinitiative leugnet, weil sie gesehen hat, wie positiv die Wette in der Bevölkerung rübergekommen ist.

Beim ZDF lässt man mitteilen, dass der zuständige Redakteur im Urlaub ist. Und die Pressestelle verweist darauf, dass in einem Stadion bessere Windverhältnisse für den Helikopter herrschen. Schließlich wollte man dem Kandidaten optimale Bedingungen bei der Wette bieten. Dazu Veen: "Klar wäre es in Egelsbach windiger und damit schwieriger gewesen. Aber es hätte geklappt."

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