Brutale Verbrechen häufen sich in Offenbach und Region

Erwürgt und erstochen: Gewalt überschattet das neue Jahr

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Region Rhein-Main – Die eigene Mutter bestialisch getötet, die Tochter erwürgt, die Frau erstochen: Das Jahr ist noch jung, aber schon jetzt häufen sich die Gewaltverbrechen in der Region. Von Angelika Pöppel 

Ein Blick in die Statistik verrät: Im Jahr 2012 und 2013 erfasste die Polizei Südosthessen insgesamt drei Morde in Stadt und Kreis Offenbach, Darmstadt, Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis. 32 Fälle von Totschlag und fahrlässiger Tötung wurden registriert. Das Jahr 2015 beginnt dagegen brutal.

Erst am Dienstag ist eine 19-Jährige auf dem Südfriedhof Frankfurt beerdigt worden, nachdem ihr Vater sie in den eigenen vier Wänden in Darmstadt erwürgt hatte. Grund: Die aus Pakistan stammenden Eltern sollen die Beziehung der Tochter zu ihrem Freund abgelehnt haben. Der 51-jährige Vater hatte den Mord gestanden, Die Mutter gab laut Staatsanwaltschaft zu, dabei gewesen zu sein. „Die Anklage lautet auf Mord“, sagt Barbara Sieger von der Staatsanwaltschaft Darmstadt.

Warum ein 22-Jähriger in Offenbach seine Mutter mit einer Bratpfanne erschlagen und anschließend mit 100 Messerstichen getötet haben soll, ist dagegen noch völlig unklar. In der Tatnacht am Freitag vor einer Woche hatte der Sohn selbst die Polizei gerufen und am Telefon ein Geständnis abgelegt. Er sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Außerdem wurde eine psychiatrische Untersuchung angeordnet. Es lege nahe, die Schuldfähigkeit des Beschuldigten gutachterlich untersuchen zu lassen, heißt es von der Staatsanwaltschaft Offenbach. „Zur Zeit besteht hinreichender Tatverdacht wegen Totschlags“. Sollten sich ausreichende Hinweise für eine Schuldunfähigkeit des Täters ergeben, würde der Haftbefehl in einen Unterbringungsbefehl umgewandelt.

Definitiv um ein Tötungsdelikt handelt es sich allerdings bei einem Fall aus Hanau: Eine 29-jährige Frau ist in Hanau mit 16 Messerstichen umgebracht worden. Die Ermittlungen ergaben, dass der Täter ihr eigener Ehemann war. Der fünfjährige Sohn des Paares war zum Tatzeitpunkt nicht in der Wohnung. Er habe ihr mit einem Messer in den Hals und den Oberkörper gestochen, berichtete die Polizei in Offenbach. Einer der Stiche habe das Herz getroffen. Anschließend flüchtete er mit einem Auto, fiel aber einer Polizeistreife auf. Bei dem Motiv handelt es sich vermutlich um Eifersucht. Der 29-jährige hatte die Tat gestanden, gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen. Er sitzt derzeit noch im Gefängnis in Kassel. In diesem Fall könnte die Anklage vermutlich auch auf Mord lauten.

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