Hainburg: Vermieter zahlt Rechnung nicht

Müssen sie bald frieren?

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Der Energieversorger hat den Mietern Dieter Kemmer und Roswitha Densow mitgeteilt, dass der Gashahn abgedreht wird.

Hainburg – Die Skandalserie um das Hainburger Mietshaus im Edith-Stein-Weg 15 reißt nicht ab. Bereits mehrmals hat der EXTRA TIPP über die Missstände berichtet. Aktueller Vorfall: Der Energieversorger Entega will den Gashahn zudrehen, da der Vermieter die Rechnung nicht bezahlt. Von Norman Körtge

Dass Roswitha Densow ihre Wohnung überhaupt noch heizen kann, verdankt sie lediglich dem Misstrauen ihres Vermieters, der die Kellertür zum Gaszähler verriegelt hat. So konnte der Mitarbeiter der Entega am Dienstagvormittag nicht die Gasversorgung unterbrechen.

Überraschend kam diese Maßnahme nicht. Zwei Wochen zuvor war den Mietern ein Schreiben der Entega zugegangen. Darin teilte der Energieversorger mit, dass der Vermieter „den fälligen Forderungen aus Versorgungsleistungen“ nicht nachgekommen ist und sich im Zahlungsverzug befindet. Weiter heißt es, dass auch der Vermieter informiert sei. Wegen Einzelheiten müsse man sich an ihn wenden.

„Ich hatte ja gehofft, dass der Vermieter darauf reagiert“, erzählt Densow. Aber er tat es offensichtlich nicht. Auch Densow selbst erreichte ihn nicht. Für sie und die anderen Mieter ist es eine unerträgliche Situation. Denn jederzeit kann nun die Gaslieferung gestoppt werden. Dafür benötigt die Entega theoretisch nur eine vom Gericht ausgestellten einstweiligen Verfügung, um die Kellertür im Edith-Stein-Weg 15 aufbrechen zu lassen.

Norbert Sabel, er ist Densows Anwalt, will den Lieferstopp verhindern – mit einer einstweiligen Verfügung. Darin soll der Vermieter unter Androhung von Ordnungshaft beziehungsweise Ordnungsgeld aufgefordert werden, die ausstehenden Beträge an die Entega zu zahlen. Sollte er dies nicht machen und die Entega stellt die Gaslieferung ein, könnten die betroffenen Mieter beispielsweise die Kosten für Hotelübernachtungen bei dem Vermieter einklagen.

Wie der EXTRA TIPP berichtete, beklagen sich die Mieter im Edith-Stein-Weg 13 und 15 – sie gehören einem Brüderpaar aus Hainburg – über bauliche Mängel und nicht nachvollziehbare Nebenkostenabrechnungen. Mitte September ist die Kreisbauaufsicht eingeschritten und erließ für die Keller-Wohnung von Dieter Kemmer in der Hausnummer 15 ein Nutzungsverbot. Die Wohnung war nicht genehmigt, und es wurde übermäßig starker Schimmelbefall festgestellt. Die Hausnummer 13 steht bereits seit Mitte September unter Zwangsverwaltung.

Der Vermieter von Hausnummer 15 war trotz mehrmaliger Anfrage zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen beziehungsweise ließ ausrichten, dass er dazu nichts sagen möchte.

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