Zoff um Badsanierung nach Schimmelsanierung

Mühlheimer Pärchen ist fünf Wochen ohne Dusche

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Klaus-Dieter Cosovic und seine Lebensgefährtin Irmtraud Fassing stehen dort, wo sich mal ihre Wanne befand. Die Sanierung ihres Bades kommt nicht in die Gänge.
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Mühlheim – Erst monatelang Schimmel im Bad, dann kommt die Sanierung nicht in Gang. Derzeit hat ein Paar aus Lämmerspiel viel Ärger in ihrer Wohnung. Seit fünf Wochen können sie weder baden noch duschen. Von Oliver Haas

 „Und dann sagte der Hausverwalter frech zu mir, dass ich ja draußen in den Kanal pinkeln kann.“ Irmtraud Fassing ist stinksauer. Sie und ihr Lebensgefährte Klaus-Dieter Cosovic aus Lämmerspiel haben massive Probleme mit ihrem Bad. Nach einem Schimmelbefall musste das Bad komplett saniert werden. Nur noch die Toilette ist übrig geblieben. Doch auch die muss demnächst rausgerissen werden. Das Paar befürchtet dann sogar mehrere Tage auf eine eigene Toilette verzichten zu müssen. Doch der Hausverwalter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, sicherte aber gegenüber dem EXTRA TIPP zu: „Die Toilette kann dann nach vier Stunden wieder eingebaut werden.“ Auf Badewanne und Waschbecken muss das Paar jedoch bereits verzichten. „Vor fast fünf Jahren haben wir den Schimmel im Bad entdeckt. Seitdem ging alles sehr schleppend voran“, so Cosovic.

Nur ein kleines Becken in der Küche bleibt

Auf Druck seiner Anwältin wurde die Sanierung des Bades Anfang November in Angriff genommen. „Als die Trocknungsgeräte aufgestellt wurden, hat uns der Hausverwalter zugesichert, dass es höchstens zwei Wochen dauert, bis wir unser Bad wieder benutzen können. Nur deshalb haben wir darauf verzichtet, vorübergehend in eine angebotene andere Wohnung zu ziehen“, sagt der 61-jährige Hartz-IV-Empfänger. Doch aus den angeblich versprochenen zwei Wochen sind mittlerweile fünf geworden. Nur das kleine Becken in der Küche haben sie als Waschgelegenheit. Zum Duschen müssen sie zu Freunden und Nachbarn. Was Cosovic besonders stinkt: „Die Handwerker kommen sehr unregelmäßig. In unserem Bad passiert tagelang nichts. Und so wie ich das sehe, sind einige Bauaufträge noch gar nicht vergeben worden. Dabei wüsste ich selbst genug Handwerker, die jederzeit loslegen könnten.“ Der Hausverwalter ist sich keiner Schuld bewusst und stellt klar: „Es stimmt nicht, dass ich die Sanierung innerhalb von zwei Wochen versprach.

"Es war doch klar, dass das viel länger dauert"

Das widerspricht jeder Realität. Es war doch klar, dass es bei zwölf Arbeitsschritten im Bad viel länger dauert. Der beauftragte Gutachter kann das bestätigen.“ Und nachdem die Trockner abgebaut wurden, hätte man noch mehr Feuchtigkeit im Boden entdeckt, was die Sache verzögert. Außerdem könne er nicht „einfach schnipsen und die Handwerker kommen“. Der Verwalter gibt indes zu, dass ihm der Satz mit der Toilette so rausgesprungen sei. „Wenn man die ganze Zeit angeschrien wird, platzt einem der Kragen.“ Aber dies sei natürlich nicht ernst gemeint gewesen.

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Oliver Haas

Oliver Haas

E-Mail:oliver.haas@extratipp.com

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