Ermordete Töchter und Selbstjustiz

Afghanen hinterlassen Blutspuren im Rhein-Main-Gebiet

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Eine Ermittlerin der Kripo untersucht den Tatort vor dem Frankfurter Gerichtsgebäude. Deutlich zu erkennen die Blutlache des abgedeckten toten Afghanen – erschossen von einem Landsmann.

Region Rhein-Main - Ermordete Töchter und blutige Selbstjustiz auf offener Straße – Männer aus Afghanistan haben in den vergangenen Wochen gleich mehrere Blut-Spuren in der Region hinterlassen. Von Norman Körtge 

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt spricht von einer „zufällig zeitlichen Häufung“, ohne dass daraus Rückschlüsse auf eine langfristige Zunahme von Gewalttaten afghanisch stämmiger Personen gezogen werden können. Aber diese Häufung hat es in sich: In den vergangenen Wochen haben aus Afghanistan stammende Männer eine regelrechte Blut-Spur mit vier Toten im Rhein-Main-Gebiet hinterlassen.

16-Jährige niedergemetzelt in Bad Homburg

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Anfang Dezember wird die 16 Jahre alte Nigina tot im Keller eines Hauses in Bad Homburg gefunden, in dem sie mit ihrem Vater und ihrer kleinen Schwester lebte. Sie wurde niedergemetzelt. 40 Messerstiche zählen die Gerichtsmediziner. Wahrscheinlich zugefügt von ihrem Vater. Der wird einen Tag nach Entdeckung der Leiche völlig betrunken in Bad Homburg festgenommen, nachdem er zunächst geflüchtet war. War es ein sogenannter Ehrenmord? Wurde die Jugendliche getötet, weil sie nicht in der Tradition ihres aus Afghanistan stammenden Vaters leben wollte? Nach Aussage der Staatsanwaltschaft laufen noch die Ermittlungen zur familiären Situation.

24-Jährige in Frankfurt an Stuhl gefesselt und ermordet:

Grausame Bescherung für die Frankfurter Polizei am Freitag nach Weihnachten. In der Wohnung ihrer Eltern im Gutleutviertel finden Polizisten die tote 24-jährige Murssal. Mit Klebeband an einen Stuhl gefesselt, der Mund zugeklebt. Laut Gerichtsmedizin starb die junge Frau durch „Gewalteinwirkungen gegen den Hals“. Dringend tatverdächtig ihr Vater. Der 47-Jährige ist auf der Flucht. „Wir gehen davon aus, dass sich der mutmaßliche Täter in Afghanistan aufhält“, sagt Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu.

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Blutrache vor dem Frankfurter Landgericht:

Am Freitag vor einer Woche pfeift der 47-jährige Hamayon S. auf die deutsche Justiz. Der gebürtige Afghane lauert vor dem Gerichtsgebäude in der Frankfurter Innenstadt seinen beiden Landsleuten Barellay A. und Mohammad P. auf, schießt auf sie und sticht mit einem Messer zu. Beide sterben, der Täter wird kurz darauf gefasst. Es ist das nicht minder blutige Nachspiel des sogenannten „Blutbads von Steinbach“. 2007 kam es in der Taunus-Kommune zu einer Messerstecherei. Damals wurde der Bruder von Hamayon S. im Streit mit den beiden jetzt getöteten Afghanen erstochen. Im ersten Prozess wurden die beiden wegen Notwehr freigesprochen, doch der Prozess sollte jetzt neu aufgerollt werden.

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