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Tierheim Münster: Mitarbeiter gemobbt, Tiere getreten

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Katze im Tierheim.

Münster – Das Kreistierheim Münster steht in der Kritik: Nachdem die frühere Leiterin Anja Peters nach 500 Überstunden im August 2011 die Kündigung einreichte, gibt es nun neue, teils schwere Vorwürfe gegen das Heim in der Munastraße und insbesondere dessen aktuelle Leiterin. Von Jens Dörr

Ex-Teilzeitkräfte und einstige ehrenamtliche Mitarbeiter des Tierheims in Münster schlagen Alarm. Sie fordern eine neue Leiterin und haben in diesen Tagen einen fünfseitigen Brief mit Anlagen an die 13 Mitgliedsstädte und -gemeinden des Trägervereins, an das Veterinäramt, den Deutschen Tierschutzbund, die Landestierschutz-Beauftragte und den Landestierschutzverband verschickt. Das Schreiben, das dem EXTRA TIPP vorliegt, umfasst 13 Punkte. Im Gespräch stellen Jutta Beuck (Teilzeitkraft von 2011 bis 2012, davor elf Jahre lang ehrenamtliche Mitarbeiterin), Bettina Mertz, Johannes Mertz (beide ehemalige ehrenamtliche Mitarbeiter), Sylvia Scholz (Mutter einer Ex-Praktikantin), Kirsten Schröder (Unterstützerin) sowie eine weitere Ex-Teilzeitkraft neben vielen kleineren Vorwürfen vor allem zwei Dinge in den Fokus: Das Mobbing der festen und ehrenamtlichen Mitarbeiter sowie Tiertötungen und teils nicht tiergerechten Umgang insbesondere durch die Leiterin. Beuck und Bettina Mertz erzählen von Beleidigungen gegenüber ihnen und anderen mit Begriffen wie „Frettchengesicht“ und „Knollennase“.

Mobbing: "Frettchengesicht" und "Knollnase"

„Die Leiterin erzählte mir persönlich, dass sie Frau Beuck rausekeln werde“, sagt Mertz. „Leute, die schon länger da waren, versuchte sie gezielt rauszubringen“, glaubt auch Scholz. Beuck, die zuvor arbeitslos und froh über die Stelle in Münster gewesen ist, habe sich zunächst dem Druck gebeugt, brach darunter irgendwann aber gesundheitlich zusammen. Im ärztlichen Attest wird das Mobbing ebenfalls erwähnt. Ihre Kündigung fiel mit der durch den Trägerverein zusammen. Dessen Vorsitzender ist Münsters Bürgermeister Walter Blank, sein Stellvertreter Eppertshausens Rathaus-Chef Carsten Helfmann. Ihnen liegt der komplette Brief der Tierfreunde noch nicht vor. Zu einer Zusammenfassung der Vorwürfe nahmen sie aber bereits Stellung. So lägen dem Vorstand „keine Beschwerden“ in Sachen Mobbing vor, weshalb man darauf auch nicht eingehen könne. Die Ex-Mitarbeiterin betont aber, sie habe sich zum Beispiel bei Vereins-Schriftführer Jens Pfeiffer „mehrfach ausgeheult“.

Tötung eines Kaninchens auf dem Küchenboden

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Dem Vorstand nicht bekannt sei auch eine durch die Ex-Mitarbeiterin bezeugte Tötung eines jungen, am Auge erkrankten Kaninchens durch Aufschlagen auf den Katzenküchen-Boden. „Die Leiterin sagte, das Tier kriege sie eh nicht mehr vermittelt“, so die frühere Teilzeit-Kraft. Blank ist sich sicher: „Wenn eine Euthanasie bei einem Tier im Tierheim vorgenommen werden musste, wurde diese fachgerecht durch einen Tierarzt durchgeführt.“ Neben weiteren Vorwürfen, die das Tierwohl eher indirekt betreffen, stößt den ehemaligen Mitarbeitern, die noch immer am Kreistierheim und besonders an dessen vierbeinigen Bewohnern hängen, auch der Umgang mit den Hunden sehr auf: „Die aktuelle Tierheim-Leitung pflegt generell einen sehr rüden Umgangston mit den Hunden. Läuft etwas nicht so wie gewünscht, werden die Tiere günstigstenfalls angebrüllt, fast immer aber zusätzlich gezerrt, geschubst und auch getreten.“

Tiere werden gezerrt, geschubst und getreten

Sorgen sich um die Tiere im Kreistierheim (von links): Jutta Beuck, Bettina Mertz, Johannes Mertz (hinten), eine ehemalige Teilzeit-Mitarbeiterin, deren Name nicht genannt werden soll, Kirsten Schröder und Sylvia Scholz.  

Die beschuldigte Tierheim-Leiterin äußerte sich auf Anraten des Vorstandes nicht. „Der Vorstand stellt mit Bedauern fest, dass von außen immer wieder versucht wird, das Tierheim in ein schlechtes Licht zu rücken“, erklärt derweil Walter Blank. „Seit der Übernahme des Tierheims im Jahre 2010 setzt sich der Vorstand dafür ein, den Betrieb des Tierheims wieder in ruhige Fahrwasser zu bringen. Hier sieht sich der Vorstand auch auf einem guten Weg.“ Die Tierschützer aus Münster, Messel und Roßdorf sehen das ganz anders: „Mitarbeiter, die sich hilfesuchend an den Vorstand des Tierheimes gewendet haben, wurden mit ihren Sorgen und Problemen alleine gelassen.“ Bettina Mertz vergleicht den Kreistierheim-Vorstand mit den drei Affen aus dem Sprichwort: „Sie sehen, hören und reden nichts.“

Bilder aus der Tierherberge Egelsbach

Bilder aus dem Egelsbacher Tierheim

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