Mini-Windräder: Gut für die Umwelt oder nur fürs Image?

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Das Mini-Windrad von der Mainova.

Frankfurt – Unternehmen im Mertonviertel planen Mini-Windräder auf die Dächer der Bürohäuser zu stellen. Das ist gut für das Image. Doch „die Windräder bringen nichts für die Umwelt und nichts für den Geldbeutel“, sagt Werner Neumann vom Energiereferat Frankfurt. Von Angelika Pöppel

Werner Neumann

Ein großes Rechteck mit drei Metern Spannweite, dass sich um die eigene Achse dreht – so ein nicht wirklich kleines Windrad soll in Zukunft auf einem der Bürogebäude im Mertonviertel stehen. Die Eigentümer und die Verwalter der Bürobauten – die Standort-Initiative Mertonviertel – wollen einen Teil ihres Stroms mit dem Mini-Windrad produzieren. „Damit können wir den Stromverbrauch nur entlasten“, weiß Florian Hirt, Sprecher der Initiative. Die Unternehmen wollen mit der Investition von 35.000 Euro die Nachhaltigkeit stärken. „Mit einem Bruchteil des Geldes hätte man das Zehnfache erreichen können“, sagt dagegen Werner Neumann, Leiter des Energiereferats Frankfurt. Drei Kilowatt können die Räder erzeugen – aber nur wenn der Wind optimal weht. Und das tut er nicht.„In Frankfurt herrscht 90 Prozent des Jahres Windflaute, da laufen die Räder gar nicht an“, sagt Neumann. Es gebe Standorte, da bringen die Räder etwas, aber nicht in Frankfurter Wohngebieten. Zahlen über die Leistung der grünen Räder gibt es nicht. „Die Mini-Räder sind so neu, dass die Anbieter noch keine Erfahrungen mit ihnen haben“, sagt der Energie-Experte. „Es geht nicht ums Geld sparen, Klimaschutz kostet nunmal“, sagt dagegen Frank Döbert von der Mainova. Die kleinen Stromerzeuger sollen nachhaltig zum Klimaschutz beitragen. Doch vor allem: „Sie eignen sich als Werbeträger und für das Image der Unternehmen.“ Auch Neumann bestätigt: „Das Windrad ist gut zusehen, natürlich trägt das zum guten Image bei.“ Doch wer wirklich etwas für die Umwelt tun wolle, solle sich besser am Bau großer Windanlagen beteiligen, so Neumann. Wirklich wirtschaftlich sind große Windräder mit einer Leistung von 3000 Kilowattstunden, wie sie in Bergen-Enkheim und Nieder-Erlenbach geplant sind.

Im Mertonviertel ist noch nichts entschieden. Die Verhandlungen laufen noch. Dann muss die Bauaufsicht prüfen, ob die Windräder aufgestellt werden können. „Wenn die Statik stimmt, wird es wohl keine größeren Probleme geben“, sagt Mark Gellert von der Bauaufsicht.

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