Metzger gehen für ihr Würstchen zur EU: Frankfurter sollen Frankfurter bleiben!

Wollen die Herkunftsbezeichnung der Frankfurter Würstchen bei der EU schützen lassen: Metzgermeister Michael Spahn und seine Frau Claudia.

Region Rhein-Main – Das angeschlagene Frankfurter Würstchen wird bald auch zum Thema bei der Europäischen Union in Brüssel. Von Christian Reinartz

Denn nach dem EXTRA-TIPP-Bericht „Frankfurtern schmeckt‘s Würstchen nicht mehr“, will nun eine Gruppe Frankfurter Metzger nicht nur den Niedergang des Würstchens stoppen, sondern auch dafür sorgen, dass niemand sonst auf der Welt Frankfurter herstellen darf. Außer Metzgereien aus dem Wirtschaftsraum Frankfurt.

Thomas Reichert unterstützt die Initiative seiner Metzger-Kollegen.

Europäisches Recht steht über Deutschem Recht“, sagt Bio-Metzger-Meister Michael Spahn aus Bornheim. Diese Erkenntnis hat den überzeugten Frankfurter-Produzenten aufgeschreckt. Denn auf europäischer Ebene ist das Frankfurter Würstchen offenbar nicht geschützt.
Jetzt will er eine Initiative gründen, die bei der EU die Sicherung der Herkunftsbezeichnung durchboxen soll, ähnliche wie bei Thüringern und Nürnbergern. „Sonst stellt am Ende noch jemand in Straßburg unsere Frankfurter her“, sagt Spahn. Dass die schnelle Beantragung der geschützten Herkunftsbezeichnung auf europäischer Ebene wichtig ist, zeigt der Fall der Münchner Weißwurst. „Da haben die Münchener viel zu spät reagiert“, sagt Spahn: „Jetzt darf jeder die Weißwurst herstellen.“

Die Frankfurter Metzger sind von Spahns Vorstoß begeistert. Sogar die Traditionsmetzgerei Gref-Völsings will bei der Initiative mitmachen, sagt Produktionsleiterin Anna Satvary: „Wir halten die Frankfurter für schützenswert und werden da mitmachen.“

Auch Thomas Reichert, Obermeister der Frankfurter Fleischerinnung, für den längst die Rindswurst das wirkliche Frankfurter Würstchen ist, will das Vorhaben seiner Kollegen unterstützen. „Ich habe alle Unterlagen zu unserer Vertretung in Brüssel gesandt“, sagt Thomas Reichert. Dort werde nun geprüft, was zu tun ist, um das Frankfurter Würstchen auch auf europäischer Ebene zu schützen. Reichert gibt sich aber optimistisch: „Ich glaube aber, dass wir da sehr gute Aussichten haben.“

Wer bei der Würstchen-Initiative mitmachen will, meldet sich bei Michael Spahn unter biospahn@t-online.de.

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