Brutale Übergriffe häufen sich

Wie sicher ist das Feiern in Frankfurt noch?

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Brutale Vorfälle im Frankfurter Nachtleben trüben den Partyspaß.

Frankfurt – Mit dem Messer angegriffen oder ins Krankenhaus geprügelt: Innerhalb von nur zwei Monaten häufen sich die brutalen Vorfälle im Frankfurter Nachtleben. Von Angelika Pöppel 

Samstagabend. Party. Alkohol. Für viele Jugendliche gehört das Feiern zum Wochenende, wie der Vodka zum Redbull. Doch immer öfter endet der rauschende Abend in der Notaufnahme. Jüngstes Beispiel: Ein 26-Jähriger wird vor zwei Wochen krankenhausreif geprügelt, nachdem er die Diskothek „Hoppla“ in Sachsenhausen besucht hat. Die Ärzte müssen sein Gesicht in einer vierstündigen OP wieder richten. Im Dezember vergangenen Jahres zückt ein 23-Jähriger im Club Adlib an der Hanauer Landstraße bei einem Streit plötzlich ein Messer. Mehrfach sticht er seinem Opfer in die Brust und in den Oberschenkel. „Solche Angriffe können schnell als versuchte Tötungsdelikte ausgelegt werden“, sagt Rüdiger Reges, Pressesprecher der Frankfurter Polizei.

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Lebensbedrohlich verletzt wurde auch ein 42-Jähriger mit einem Messer vor rund fünf Wochen. In einer Kneipe in der Innenstadt stach ein 32-Jähriger zu. Nur zwei Wochen danach wurden gleich drei Personen nach dem Besuch einer Bar in Frankfurt mit einem Klappmesser schwer verletzt.

Der Polizeisprecher ist besorgt über die Entwicklung: „Fakt ist, dass solche brutalen Überfälle immer öfter vorkommen.“ Auch schmuggeln immer wieder Gäste kleinere Messer an den Türstehern vorbei. Die Frankfurter Clubgänger scheinen nicht besorgt: „Ich fühle mich sicher in Frankfurt“, sagt ein Mann auf Nachfrage. „Es gehören immer zwei dazu, und ich denke, wenn man selbstbewusst auftritt, wird man auch nicht so schnell in eine gefährliche Situation verwickelt“, sagt ein anderer. Eine junge Frau, die erst vor wenigen Monaten von Berlin nach Frankfurt gezogen ist, meint: „Alleine auf der Straße würde ich nachts nicht laufen.“

Clubgänger weniger besorgt

Auch mehrere Türsteher wollen einen verstärkten Waffengebrauch nicht bestätigen. Aber: „Das kommt auch darauf an, für welchen Club man arbeitet. In Sachsenhausen geht es da schon härter zu.“ Anders sieht das Serkan Karatas, der einen Döner-Imbiss am Willy-Brandt-Platz betreibt. Wegen der direkten Lage zum Club Velvet, früher dem Living XXL und Monza, sowie vielen Bars und Kneipen torkeln viele Partygänger für einen Mitternachtssnack bei ihm vorbei. „Es wird immer schlimmer. Die jungen Leute sind immer aggressiver“, sagt Karatas und fügt hinzu: „Das liegt einfach am Alkohol. Die jungen Leute trinken so viel, dass sie sich gerade noch auf den Beinen halten können und am Türsteher vorbei kommen. Und bei Kleinigkeiten wird sich dann sofort angegangen.“

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