Mehmet Engiz wollte einen Streit schlichten

Flasche über den Kopf bekommen: Dabei wollte er nur helfen!

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Nach dem Angriff erleidet Mehmet Engiz eine 17 Zentimeter lange Schnittwunde im Gesicht.

Frankfurt – Mehmet Engiz wollte nach einer Partynacht in Frankfurt-Sachsenhausen einen Streit schlichten. Plötzlich wird er selbst angegriffen und entgeht nur knapp dem Tod. Jetzt sucht er nach dem Täter. Von Dirk Beutel

Da war noch alles in Ordnung: Mehmet Engiz feiert im Coyotes. Wenige Stunden später wird er angegriffen.

Es sollte eine rauschende Partynacht werden, doch sie endete blutig. Rückblick: Mehmet Engiz lässt am Samstag, 19. September, eine harte Arbeitswoche in dem Frankfurter Club Coyotes in Alt-Sachsenhausen ausklingen. Er feiert alleine, aber ausgelassen bis spät in die Nacht. Etwa gegen fünf Uhr morgens, als der Club schließen will, verlässt auch der 44-Jährige die Bar. Doch draußen auf der Kleinen Rittergasse tobt ein heftiger Streit. Um was es geht, und wer gegen wen überhaupt etwas hat, weiß Engiz in diesem Moment nicht. Er geht dazwischen, will die Streithähne trennen. „Ich dachte noch an Tugce und wie schnell so eine Auseinandersetzung außer Kontrolle geraten kann“, sagt Engiz. Doch obwohl er nur helfen will, gerät er selbst in die Gewaltspirale. Plötzlich bekommt er wie aus dem Nichts heraus eine Flasche über den Kopf gezogen. Den Angreifer sieht Engiz nicht kommen. „Dann ist das Blut nur noch so gespritzt“, sagt Engiz. An alles was danach passierte, kann er sich kaum noch erinnern. Nur noch, dass er vollkommen benommen aus der Menge torkelte und schließlich mit einem Krankenwagen in das Frankfurter Uniklinikum gebracht wurde. Die Diagnose: Gehirnerschütterung, massiver Blutverlust. Zurück bleibt eine 17 Zentimeter lange Narbe. Engiz: „Wenn es blöd gelaufen wäre, hätte ich tot sein können. Zum Glück habe ich keine bleibenden Schäden.“ Doch von dem Täter fehlt bislang jede Spur.

Opfer sucht nach Zeugen

Auch wenn eine gute Absicht dahinter stecke, warnt die Polizei davor, sich bei gewalttätigen Auseinandersetzungen einzumischen. „Über allem steht die eigene Sicherheit“, sagt Polizeisprecher Rüdiger Reges. Vor allem rät er dazu Distanz zu wahren, wenn man alleine unterwegs ist. Reges: „Man weiß nicht, wer sich da in der Wolle hat und kann nicht abschätzen, wer aus der Menge sich untereinander kennt. Greift plötzlich ein Unbekannter ein, kann die Situation schnell kippen, und die Menge ist auf einmal gegen einen selbst.“ Deshalb: In solchen Fällen die Polizei rufen. Öffentlichkeit herstellen, also andere Passanten auf den Streit aufmerksam machen und sich die Täter genau einprägen, um sich der Polizei später als Zeuge anzubieten. Fotos mit dem Handy seien auch nützlich, bergen aber ein Risiko: „Dafür muss man aus der Distanz heraus und man muss dabei aufpassen, dass man sich selbst nicht zum Ziel der Aggression macht“, sagt Reges.

Auf seiner Facebookseite hat Mehmet Engiz einen Aufruf veröffentlicht und den Fall bei der Polizei angezeigt. Doch um seinen Angreifer wirklich zu finden, bittet er auch um die Hilfe der EXTRA TIPP-Leser. Engiz: „Ich bin für jede Hilfe dankbar.“

Hinweise nimmt die Polizei entgegen

Wer etwas gesehen hat und Angaben zu dem Vorfall am 19. September machen kann, meldet sich bei der Polizei Frankfurt unter (069) 75510800 oder jeden anderen Polizeidienststelle.

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