Ins Unglück gestolpert

Margarete Blaszczyks Kampf um ihre Unfallrente

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Margarete Blaszczyk beim Wälzen ihrer Unterlagen. Seit ihrem Unfall vor zehn Jahren haben sich zahlreiche Briefe und ärztliche Befunde angehäuft.

Rödermark – Das linke Auge tränt, die rechte Hand zittert unkontrolliert und die Schulter schmerzt. Seit dem 17. Januar 2003 ist jeder Tag für Margarete Blaszczyk eine Qual. An diesem Datum ereignet sich ein Arbeitsunfall, der das Leben der damals 55-Jährigen verändert. Von Fabienne Seibel

Blaszczyk stürzt über eine Fußmatte, fällt zu Boden und schlägt mit dem Kopf gegen einen Türrahmen. Seitdem ist ihr Alltag von Schmerzen und Einschränkungen geprägt. Nun kämpft sie um ihre Unfallrente.

Jeder Tag eine Qual

Margarete Blaszczyk ist verzweifelt. Für die gebürtige Ober-Schlesierin ist der Alltag eine Qual, denn es vergeht kein Tag, an dem sie schmerzfrei ist. „Ich schlafe nachts oft im Sitzen und auch nur auf speziellen Kissen, weil ich solche Schmerzen habe.“ Seit ihrem Arbeitsunfall im Jahr 2003, bei dem sie stürzt und mit dem Kopf an einen Türrahmen schlägt, ist Blaszczyk gesundheitlich stark eingeschränkt: Schmerzen in Kopf, Schulter und Nacken, Schwindel- und Augenbeschwerden, Nervenleiden sowie Zusammenbrüche machen es der 65-Jährigen unmöglich, ein normales Leben zu führen oder gar zu arbeiten.

"Ich bin ein Wrack"

Aus diesem Grund kämpft Blaszczyk seit vielen Jahren um ihre Unfallrente, die ihr ihrer Meinung nach zusteht. „Ich habe Pflegestufe eins, brauche ständig von anderen Leuten Hilfe und breche regelmäßig zusammen. Meine komplette linke Körperhälfte ist beschädigt. Ich bin ein Wrack und kann nicht arbeiten gehen. Eine Unfallrente steht mir zu.“

Berufsgenossenschaft lehnt ab

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Dies sieht die zuständige Berufsgenossenschaft ( BGHW ) jedoch anders. In einer schriftlichen Stellungnahme heißt es, dass Blaszczyk laut sozialgerichtlichem Verfahren nur eine Unfallrente vom 18. Juli 2003 bis 17. August 2004 zustand. Eine Verletztenrente wurde ausdrücklich abgelehnt. Darüber hinaus macht die Berufsgenossenschaft klar, dass ärztliche Untersuchungen keinen Zusammenhang zwischen Blaszczyks Beschwerden mit dem Unfall 2003 herstellen können.

Die 65-Jährige selbst sagt: „Vor diesem Unfall war ich so gut wie nie krank. Ich kann an einer Hand abzählen wie oft ich während meiner gesamten Berufszeit wegen Krankheit gefehlt habe. Und jetzt will man mir nicht helfen.“

Suche nach einem Rechtsanwalt

Blaszczyk ist nun auf der Suche nach einem Anwalt, der sich ihrem Fall annimmt und mit ihr um die Unfallrente kämpft. Die Ober-Rodenerin ist entschlossen, gegen die von ihr empfundene Ungerechtigkeit anzugehen: „Manchmal ist es wirklich sehr schwer für mich, immer wieder neue Kraft zu schöpfen, aber ich werde nicht aufhören zu kämpfen und lasse mich nicht unterkriegen.“

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