Leser schimpfen über Rolltreppen

Frankfurt – Die Probleme mit kaputten Rolltreppen bewegen viele Frankfurter. Denn zahlreiche Leser meldeten sich auf den Aufruf des EXTRA TIPPs, um uns ihre Erlebnisse zu schildern. Wir haben davon zwei ausgewählt.

Rollstuhlfahrer Horst Pugner hätte fast in einer U-Bahn-Station übernachten müssen:

„Als ich neulich abends in der Nähe meiner Wohnung mit der U-Bahn in Bornheim Mitte ankam, ärgerte ich mich zunächst darüber, dass der an dieser Station installierte Aufzug an der Saalburgallee außer Betrieb war. Da ich mit meinem Aktiv-Rollstuhl soweit ganz alltagsfit bin, hatte ich an der gegenüberliegenden Seite noch die Rolltreppe als Alternative. Dies funktionierte auch bis in das Zwischengeschoss sehr gut. Nur traf ich hier auf eine stehende Rolltreppe, die mir das Weiterkommen in Richtung der Straßenebene nun gründlich vermieste! An sich kein ja Ding: Umdrehen und einen anderen Ausgang versuchen. Nur hier nicht. Denn der Rückweg wurde mit durch eine Treppe abgeschnitten. Für Fußgänger wäre dies kein Problem, nur leider für mich schon. Ich war gefangen zwischen zwei Welten.

Zu allem Überfluss hatte ich an diesem Abend auch noch mein Handy vergessen und hatte mich gedanklich schon damit angefreundet, eventuell erst nachts durch den Sicherheitsdienst entdeckt zu werden oder gar in der B-Ebene übernachten zu müssen – man kann sich vorstellen, dass ich trotz der momentanen Minusgrade ganz schön ins Schwitzen kam! Zum Glück kamen mit der übernächsten (!) Bahn ein paar hilfsbereite Menschen, die mich mit samt Rollstuhl nach oben auf die Bergerstraße trugen. Somit bin ich noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Immerhin besser, als blaue Hände und Füße, die ich über Nacht sicher in der B-Ebene bekommen hätte. Nicht auszudenken, ich wäre an diesem Abend mit der letzten Bahn gefahren.

Fahrgast Dolores Kohl musste den Rückzug antreten: „Ich fahre die meiste Zeit mit dem Rad, weil die Rolltreppen ständig kaputt sind. Manchmal lässt es sich aber nicht vermeiden. Ich hatte mir die Schulter gebrochen und Bänder gezerrt, deshalb konnte ich nicht mit dem Rad zum Einkaufen fahren. Auf dem Rückweg vom Einkauf steige ich an der Ostendstraße mit vollbeladenem Rolli aus. Ich komme an die Rolltreppe – richtig, sie geht mal wieder nicht. Also gehe ich zurück zum Ausgang Hanauer Landstraße, ich komme dort an – richtig, die geht auch nicht. Ich war total sauer und fertig von der hin und her Lauferei, was soll ich nun tun? Es bleibt mir nichts anderes übrig, als zur Konstablerwache zurück zu fahren. Natürlich ohne Fahrkarte, da ich nicht oben zum Automaten kam. Also bin ich zurück zur Konstablerwache gefahren. Von dort aus, konnte ich dann nach Hause laufen – das ist wirklich das Letzte. Mit Schmerzen in der Schulter und sehr sauer kam ich zu Hause an.

Unterdessen schiebt VGF-Sprecher Sascha Reimann der Deutschen Bahn die Schuld in die Schuhe: „Derzeit sind insgesamt vier der etwa 280 Fahrtreppen der VGF defekt sind. Klar: Jede defekte Fahrtreppe ist eine zu viel, jedoch ist unserer Ansicht nach diese Anzahl sehr gering. Im Gegensatz übrigens zu der DB!“

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