Taunus-Städte uneinig

Jäger fordern Leinenpflicht für Hunde 

Region Rhein Main – Im Frühjahr bekommen die Tiere im Taunus Nachwuchs. Kommunen können entscheiden, ob sie zum Schutz wildlebender Tiere in der Brut-und Setzzeit eine Leinenpflicht für Hunde anordnen. Doch es herrscht Uneinigkeit, zum Ärger der Jäger.  Von Fabienne Seibel

Städte scheuen Ärger mit Hundebesitzern

Dass mit der Leinenpflicht unterschiedlich umgegangen wird liegt daran, dass es sich um eine kommunale Gesetzgebung handelt. Bei Fällen wie der Stadt Oberursel, in der keine Anleinpflicht besteht, vermutet Klaus Pöhlmann: „Ich glaube, dass manche Kommunen den Ärger mit den Hundehaltern scheuen und diesen Ärger als umständlicher und größer einschätzen, als das Einführen einer Gesetzgebung zum Schutz der wildlebenden Tiere.“

Generell soll die Leinenpflicht dazu beitragen, das Leben der Tiere in der Natur zu bewahren. Betroffen sind Grünflächen, Wiesen, Felder und Wälder inner- und außerorts. Immer häufiger werden brütende Vögel oder trächtige Tiere und die schon geborenen Jungtiere von frei laufenden Hunden gestört, beunruhigt oder verletzt. Oft kommt es beispielsweise vor, dass Jungtiere qualvoll verhungern, weil sie nach dem Kontakt mit Hunden von ihren Eltern verlassen werden.

Vermeiden das trächtige Tiere zu Tode gehetzt werden

Ein Reh wurde von einem Hund angefallen.

Klaus Pöhlmann gibt außerdem zu bedenken, dass es nicht nur darum ginge, bereits geborenen Nachwuchs wildlebender Tiere zuschützen, sondern auch zu vermeiden, dass trächtige Tiere von freilaufenden Hunden zu Tode gehetzt oder gerissen werden. Immer wieder kommt es außerdem vor, dass Tiere von Autos angefahren werden, weil sie vor jagenden Hunden flüchten müssen.

Pöhlmanns Erfahrung nach sind die meisten Hundebesitzer, was die Leinenpflicht angeht, einsichtig. „Man muss nur vernünftig mit den Leuten reden. Da Menschen mit Hunden offensichtliche Tierfreunde sind, müsste ihnen auch daran gelegen sein, freilebende Tiere und deren Nachwuchs zu schützen.“

Lesen Sie mehr:

Bad Homburg macht Inventur der Hunde

Mit der Spürnase auf Vermisstensuche

Die besten Windhunde treten beim Rennen in Bad Homburg an

Hund meldet Feuer und rettet Bewohner

Der Vorsitzende der Jägervereinigung Usingen weiß, dass es in Oberursel, gerade wegen der fehlenden Gesetzgebung, viel von Hunden gerissenes Wild gibt. Er sagt: „Man sollte einfach den Mut haben, da etwas zu unternehmen und sich vor Augen führen, dass Hunde, die frei herumlaufen, anderen Tieren schaden können.“

 

Ein Reh hält sich für ein Haustier

Ein Reh als Haustier: Mia hält sich für einen Hund

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare