Anwohner genervt

In dieser Straße gelten keine Verkehrsregeln

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Überall absolutes Halteverbot und Tempo 30, nur keiner hält sich dran: Die Anwohner der Langener Straße in Offenbach Katharina Göpfert (von links), Maria Piszchala, Ursula Vogt und Reinhold Boehmke sind von dreisten Autofahrern nur noch genervt.

Offenbach - Raser und Wildparker fühlen sich offenbar in der Langener Straße besonders wohl. Die Anwohner der Einbahnstraße in Bieber fühlen sich vor den Verkehrsrowdys nicht mehr sicher und fordern mehr Kontrollen. Von Dirk Beutel

Ursula Vogt schlägt die Hände über dem Kopf zusammen: „Schon wieder so ein Raser. Das waren im Leben keine 30.“ Die Offenbacherin lebt direkt am Beginn der Langener Straße. Eine enge Einbahnstraße in der Tempo 30 herrschen soll, dazu noch absolutes Halteverbot auf beiden Straßenseiten. Das Problem: Keiner will sich dran halten. Die Anwohner sind genervt. „Viele nutzen die Langener Straße als Schleichweg im Berufsverkehr“, sagt Reinhold Boehmke: „Aber von Schleichen kann nicht die Rede sein, wenn die hier durchbrausen.“ Die Situation werde zusätzlich dadurch verschärft, dass das absolute Halteverbot offenbar ignoriert wird, vor allem in den Vormittagsstunden. „Da wird wild geparkt, um sich schnell mal ein paar Brötchen zu kaufen, zur Bank zu gehen oder in den Laden um die Ecke zu hechten“, sagt Vogt: „Seit über einem Jahr geht das nun schon so.“ Katja Zech: „Von sieben bis 13 Uhr werden täglich beide Gehwege zugeparkt. Niemand hält sich hier an die Verkehrsregeln.“

Die Anwohner machen sich vor allem auch Sorgen um die Grundschulkinder, für die auf ihrem Weg nach Hause kein Platz auf dem Bürgersteig bleibt, wenn das Wildparken Überhand nimmt. „Da müssen die Kleinen sogar auf die Fahrbahn ausweichen. Das geht nicht. Da kommt auch kein Kinderwagen der Welt mehr durch.“

Von der Stadt im Stich gelassen

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Auch Petra Nos ist über die Verkehrssituation alles andere als glücklich. Die Inhaberin eines Kosmetik-Instituts hat auch schon beobachtet, dass die Parkplatzfläche vor ihrem Geschäft gerne auch mal von Wildparkern zweckentfremdet wird. Vor allem von der Stadt fühlen sich die Anwohner im Stich gelassen, obwohl man mehrfach Beschwerden an das zuständige Ordungsamt geschickt hatte. Peter Weigand versteht die Aufregung nicht. Dem Leiter des Offenbacher Ordnungsamtes sind die Klagen aus der Langener Straße bekannt. Man habe längst darauf reagiert. Auf EXTRA TIPP-Nachfrage bestätigt er sechs unangemeldete Kontrollen der Außendienstmitarbeiter im Zeitraum zwischen dem 25. September und 11. Oktober zu unterschiedlichen Uhrzeiten. „Bei allen Kontrollgängen gab es keine besonderen Vorkommnisse“, sagt Weigand.

Unverständlich für die Anwohner: „Unsere Beschwerden sind nicht aus der Luft gegriffen. Wir denken uns das doch nicht aus“, sagt Ursula Vogt. Sie fordert, dass trotz allem weiter kontrolliert wird. „Es ist hier eine Katastrophe, wenn alles zugestellt ist. Und wenn die Stadt ordentlich kontrolliert, rechnet sich das auch bei den vielen Falschparkern hier.“

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