Lahme EM-Übertragung: Warum manche früher jubeln

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Wer analogen Kabelempfang hat, kann früher jubeln.

Region Rhein-Main - EM-Schauen mit Freunden. Schweinsteiger spielt den tödlichen Pass auf Goldfuß-Gomez, als in der Nachbarwohnung frenetischer Jubel ausbricht. Spannung weg! Dass Gomez ihn reinschießt weiß jetzt jeder. Das nervt!  Von Christian Reinartz

Schuld daran ist die unterschiedliche Übertragungsgeschwindigkeit von analogem und digitalem Fernsehsignal. Wer rechtzeitig zur EM auf HD umgerüstet hat, sieht jetzt zwar schärfer, aber zeitverzögert. Rainer Rabe, technischer Referent bei der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien, sagt: „Wer zur EM auf HD-Fernsehen umgerüstet hat, muss die größte Verzögerung in Kauf nehmen.“ Eigenen Messungen zufolge betrage die Verzögerung mitunter bis zu zehn Sekunden. Der Grund: Bei der digitalen Übertragung müssen Bild und Ton in Daten umgewandelt und später wieder entschlüsselt werden. „Das kostet viel Zeit“, sagt Rabe. Nicht ganz so langsam ist der herkömmliche digitale Satellitenempfang. „Da sind es statt zehn nur bis zu vier Sekunden“, sagt Rabe. Auch DVBT und digitaler Kabelempfang rangierten in dieser Klasse.

Die schnellsten Gucker bleiben damit die, die noch mit der ältesten Technik Fernsehen schauen. Rabe: „Analoger Kabelempfang ist fast verzögerungsfrei. Dagegen kommt keine digitale Technik an.

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