Lärm-Terror macht Nachbarn mürbe

Direkt neben dem Haus der Wittigs wird es in den Abendstunden laut. Foto: rz

Offenbach – Weil sie ein paar Kinder bat nach zehn nicht mehr vor dem Wohnzimmerfenster Fußball zu spielen, wird eine Offenbacher Familie nun von Nachbarn drangsaliert. Diese setzen sich fast jeden Abend demonstrativ stundenlang vor das Haus und machen Lärm. Von

Selbst die Stadtpolizei nehmen die Ruhestörer nicht ernst und machen weiter. Doch das Ordnungsamt will jetzt durchgreifen.

„Ich hätte doch nie gedacht, dass unsere kleine Bitte solche Folgen hat.“ Mahshid Wittig ist den Tränen nahe. „Ich will doch keinen Ärger mit den Nachbarn. Dieser ganze Streit belastet uns so sehr.“ Doch rückgängig machen können Wittig und ihr Mann Manfred die Sache nicht mehr. Zu sehr haben sich die Fronten offenbar verhärtet.

Alles beginnt, als die Familie abends nach 21 Uhr auf der Terrasse sitzt. Direkt neben dem Gartenzaun, drei Meter vom Wohnzimmerfenster entfernt, auf einem Grünstreifen, der durch einen Fußweg in zwei Hälften getrennt wird, spielen Jugendliche Fußball. Manfred Wittig weißt sie daraufhin, dass es schon spät ist und das Fußballspiel viel zu laut ist. Die Jugendlichen ziehen ab. „Später kamen dann die Eltern vorbei und haben mit uns einen Streit angefangen“, sagt Wittig.

Doch anstatt die Sache auf sich beruhen zu lassen mobilisieren die Ruhestörer weitere befreundete Familien des Viertels. Diese setzen sich nun Abend für Abend direkt vor das Wohnzimmerfenster der Wittigs, unterhalten sich lautstark, trinken Alkohol und spielen mit ihren Kindern Fußball. „Auch die Erwachsenen“, sagt Wittig.

Abhalten lassen sich die Ruhestörer offenbar durch nichts. Nicht mal durch die Ordnungshüter der Stadtpolizei. Die sind nämlich schon zweimal angerückt und haben, laut Ordnungsamtsleiter Peter Weigand, die Ruhestörer zur Rede gestellt und darauf hingewiesen, dass die Ruhezeiten einzuhalten seien. Doch gebracht hat es offenbar nichts, denn spätestens am nächsten Tag sei das Treiben weitergegangen, sagt Wittig.

Das haben auch Weigand und seine Leute im Ordnungsamt registriert und fahren nun andere Geschütze auf. „Wer unbelehrbar ist, bekommt von uns ein Ordnungswidrigkeitsverfahren mit einer Geldstrafe“, stellt Weigand klar. „Und die Anfahrt stellen wir den Verursachern auch in Rechnung. Diese seien dem Amt im übrigen bekannt.“

Die Wittigs selbst haben sich unterdessen mit einer Unterschriftenliste für die Errichtung eines Bolzplatzes im Viertel stark gemacht und wollen so auch guten Willen zeigen. „Wir möchten ja unbedingt , dass die Kinder im Viertel einen Platz zum Fußball spielen haben“, sagt Manfred Wittig. Unterschrieben haben bisher zahlreiche Bewohner des Neubau-Viertels.

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