90 Prozent werden aus dem Verkehr gezogen

Wild beladen: Polizei stoppt immer wieder Lastwagen

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Wild beladene Lastwagen machen der Autobahnpolizei Probleme.

Region Rhein-Main – Brummi-Fahrer gefährden sich und Autofahrer mit falsch beladenen Lastwagen und ungesicherter Ladung. Immer wieder muss die Polizei eingreifen. Von Angelika Pöppel 

Immer wieder werden Lastwagen aus dem Verkehr gezogen, weil sie falsch beladen sind oder die Ladung schlecht gesichert ist. Damit werden sie zur Gefahr für jeden Autofahrer. „Die Ladungssicherung ist ein ganz besonderes Problem“, bestätigt Rudi Neu, Leiter der Pressestelle des Polizeipräsidiums Südosthessen . Bei den täglichen Kontrollen, fallen über 90 Prozent der Lastwagen und Transporter durch. Vor wenigen Monaten verlor in Dieburg ein Transporter in der Kurve sogar 600 Kästen Bier auf der Landstraße. Erst vor zwei Wochen musste die Polizei einen Lastwagen in Rodgau stoppen, weil die 18 Tonnen schwere Ladung nicht richtig gesichert war. Die Plane des Lastwagen war so stark ausgebeult, dass die Beamten aufmerksam wurden.

Nicht gesicherte Ladung wird zum Geschoss

Notbremsungen und Ausweichmanöver haben dann gravierende Folgen: „Durch die verrutschende, kippende oder herunterfallende Ladung wird das Fahrzeuginstabil und für den Fahrer nicht mehr beherrschbar“, sagt Neu. Dadurch können Lkw umkippen oder von der Fahrspur abkommen. Ungesicherte Ladung kann zudem schnell zum Geschoss werden und den Fahrer im schlimmsten Fall sogar erschlagen, weiß Neu, der selbst jahrelang bei der Autobahnpolizei gearbeitet hat. Die Ausreden sind dabei immer die gleichen: Zeitmangel, Stress oder zu wenig Sicherheitsgurte. „Viele geben auch an, es nicht besser zu wissen“, sagt Neu. Deshalb rät er: Wenn sich eine Lkw-Plane extrem nach außen ausweite oder der gesamte Aufbau des Fahrzeuges eine extreme Schieflage aufweise, könne ein schneller Anruf bei der Polizei dafür sorgen, dass sich die Beamten das Fahrzeug näher ansehen.

Auch Autofahrer beladen gefährlich

Doch auch Autofahrer gefährden den Verkehr und sich selbst mit ungesicherter Ladung im Auto. „An Samstagen – oder auch Baumarkt-Tag genannt – transportieren Hobby-Renovierer gerne Baumaterial mit dem Auto. Doch das Festbinden allein reicht in den meisten Fällen nicht aus“, sagt Neu. Cornelius Blanke, Pressesprecher beim ADAC Hessen-Thüringen  bestätigt: „Von zehn Autos sind drei gemeingefährlich beladen.“ Er kontrolliert jeden Sommer zur Urlaubszeit vollbepackte Pkw und bessert nach. Schon eine Wasserflasche auf dem Rücksitz oder die Handtasche auf dem Beifahrersitz kann bei einer Notbremsung den Fahrer verletzten oder verschrecken. Bester Ort zum Verstauen kleinere Sachen ist der Boden hinter dem Beifahrersitz. Von Dachgepäckboxen rät der Experte generell ab. „Nur sehr leichte und sperrige Gegenstände sollten dort verstaut werden. Denn die leichten Plastik-Scharniere halten nicht viel aus.“

Harte Strafen drohen

Pkw und Lastwagen dürfen auch ein vorgeschriebenes Beladungsgewicht nicht überschreiten. „Bei Transportern und Pkw sind das zwei bis fünf Prozent des Gesamtgewichts“, sagt Blanke. Das Bußgeld fängt bei zehn Euro an und endet bei 235 Euro bei über 30 Prozent. „Sicherlich kommen Pkw selten über 25 Prozent, aber bei Wohnmobilen kann das durchaus passieren“, sagt Blanke. Doch schon für die Gefährdung des Straßenverkehrs durch falsches Beladen droht eine Strafe bis zu 60 Euro.

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