Nomminiert für Goldenen Windbeutel

Werbelüge: Zu viel Zucker in Nestlé-Produkt? 

+
Die Firma Nestlé sitz in Frankfurt.

Frankfurt - Wegen zu viel Zucker ist ein Produkt von Nestlé mit Sitz in Frankfurt für den Goldenen Windbeutel 2013 nomminiert.

Der Lebensmittelkonzern Nestlé mit Sitz in Frankfurt ist mit seinen Frühstücksflocken "Kosmostars" nominiert für den Goldenen Windbeutel 2013, die Wahl der dreistesten Werbemasche für Kinderprodukte. Über den Gewinner entscheiden die Verbraucher: Sie können ab sofort auf www.goldener-windbeutel.devier Wochen lang über insgesamt fünf Kandidaten abstimmen.

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat die Kosmostars wegen dreister Zucker-Kleinrechen-Tricks nominiert: Hersteller Nestlé betont seine "Vollkorngarantie" und verspricht bei seinen Frühstücksflocken "weniger als 9 Gramm Zucker pro Portion". Doch Nestlé definiert eine "Portion" als gerade einmal 30 Gramm, wodurch der Zuckeranteil besonders gering wirkt. Tatsächlich stecken 25 Prozent Zucker in den Kosmostars und damit mehr als zum Beispiel in Butterkeksen. Nestlé-Deutschlandchef Gerhard Berssenbrügge schrieb dennoch an Foodwatch, die Frühstücksflocken aus seinem Hause seien "keine Süßigkeit, sondern ein vollwertiger Start in den Tag".

"Schlicht Süßigkeiten mit Müsli-Anstrich"

"Frühstücksflocken mit einem Viertel Zucker sind alles andere als ein guter Start in den Tag für Kinder, sondern schlicht Süßigkeiten mit Müsli-Anstrich", sagt Oliver Huizinga, foodwatch-Experte für Lebensmittelwerbung.

Weitere Nomminierungen:

Neben den Kosmostars sind vier weitere Kinderprodukte im Rennen um den Goldenen Windbeutel 2013:

- Der Softdrink Capri-Sonne von Wild/SiSi-Werke: nominiert für Schul-Marketing und Sport-Schwindel

- Die Kartoffelchips Pom-Bär von Funnyfrisch/Intersnack: nominiert für ein Paradebeispiel scheinheiliger Werbebeschränkungen

- Der Joghurt Monsterbacke Knister von Ehrmann: nominiert für die Vermarktung überzuckerter Produkte als Spielzeug

- Der Pudding Paula von Dr. Oetker: nominiert für das umfassende Programm zum digitalen Kinderfang

Darum wurden die Produkte nomminiert

Die größten Werbelügen: Die Nomminierten für den Goldenen Windbeutel 2013

Foodwatch vergibt den Goldenen Windbeutel 2013 bereits zum fünften Mal, in den vergangenen Jahren immer als Negativpreis für die Werbelüge des Jahres. Mit der Kür der dreistesten Werbemasche bei Kinderprodukten in diesem Jahr möchte foodwatch das Thema Kinderlebensmittel in den Fokus rücken.

"Kinder sind die Zielscheibe der perfidesten Webestrategien von Lebensmittelherstellern", erläutert Oliver Huizinga von Foodwatch. "Mit allen Mitteln versuchen die Unternehmen, den Einfluss der Eltern zu umgehen und Kinder für jene Produkte anzufixen, die die höchsten Gewinnmargen versprechen - und das sind nun einmal Süßigkeiten und Snacks."

Kommentare