Kommentar

Moralisch verwerflich, aber rechtens

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Redakteur Norman Körtge.

In Gerichtssälen geht es vorrangig um das geltende Recht, weniger um Moral oder Menschlichkeit. Dies bekam die Offenbacher Familie G. vor der Vierten Zivilkammer des Landgerichts Darmstadt deutlich zu spüren. Kommentar von Norman Körtge 

Denn der vorsitzende Richter machte deutlich, dass er keinerlei Grund sieht, der Räumungsklage des neuen Hausbesitzers aus Eschborn nicht statt zu geben. Die Rechtslage ist eindeutig, ob es irgendwelche mündlichen Absprachen oder Zusagen gegeben hat, interessiert ihn nicht. Muss ihn auch nicht. Dafür zeigt sich um so mehr die hässliche Fratze des Kapitalismus. Wer alteingesessene Gastronomen nach 33 Jahren rauswirft, weil sie nicht in sein Konzept passen, anstatt ihnen noch drei Jahre bis zur Rente zu geben, handelt moralisch verwerflich. Die G.s haben deshalb auch allen Grund, sich zu wehren und mit einer Anwohnerinitiative auf ihr Unrecht aufmerksam zu machen. Sie dürften nicht die einzigen Spekulations-Opfer im Nordend sein.

Hier geht`s zum Artikel "Pizzabäcker kämpfen weiter gegen Taunus-Investor"

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