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6000 Euro gespart, guten Ruf verkauft

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Freiheit ist ein Grundrecht. Aber genau dieses Grundrecht hat der rechtsseitig gelähmte Detlev Mössner nicht mehr. Er ist an seine Wohnung gefesselt, weil die Krankenkasse sich weigert, ein Treppensteige-Gerät zu finanzieren. Ein Kommentar von Christian Reinartz

Sie beruft sich auf Gerichtsurteile, den Leistungskatalog und die Möglichkeit eines Umzugs in eine ebenerdige Wohnung. Doch das sind Ausflüchte. Wer einen Menschen dazu verdammt, wegen ein paar tausend Euro, die eigenen vier Wände nicht mehr verlassen zu können, der versteht auch die Bedeutung des Wortes Menschlichkeit nicht. Immerhin merkt man bei der „Big direkt gesund“ ganz offensichtlich, dass der Fall nicht gerade ein Aushängeschild für das Unternehmen ist.

Anders ist es nicht zu erklären, dass der zuständige Mitarbeiter unter keinen Umständen mit dem Mössner-Fall namentlich in Verbindung gebracht werden will. Auch wenn die Kasse die Kosten für den Treppensteiger kurzfristig gespart hat, zahlt sie langfristig drauf. Denn einen guten Ruf, kann man sich wenn überhaupt nur sehr teuer zurückkaufen.

Lesen Sie auch den Artikel „Krankenkasse will Gerät zum Treppensteigen nicht zahlen

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Christian Reinartz

Christian Reinartz

E-Mail:christian.reinartz@extratipp.com

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