Kinder fühlen sich verschaukelt: Sauf-Treff auf Spielplatz

Von Norman Körtgebr /Region Rheinmain - Wer ihn nicht kennt, findet ihn nicht - der Dietzenbacher Spielplatz zwischen Siedler- und Querstraße ist ein echter Geheimtipp. Aber bislang nicht für Kinder, sondern offensichtlich für Jugendliche, die ungestört Alkohol trinken wollen.

"Da gehen immer welche mit Wodka- und Bierflaschen rein", erzählt eine Anwohnerin. Dementsprechend schlimm sah es Anfang der Woche auf dem Spielgelände aus. Der Boden rund um die Vogelnestschaukel ist mit Müll übersät. Verpackungsmaterial, Taschentücher und sogar Glasscherben liegen dort. Die Papierkörbe quellen über und am Sandkasten steht ein benutzter Einweggrill. Ein Geheimtipp ist der Platz auch deshalb, weil keine Schilder an den beiden Zugängen darauf hinweisen, dass es sich hier um einen Kinderspielplatz handelt. Nachdem der EXTRA TIPP die Stadt auf die Missstände hingewiesen hatte, wurde diese sofort tätig. Nun ist die Spielplatzsaison auch an der Siedlerstraße eröffnet.br /"Wir sind natürlich darauf angewiesen, dass uns Bürger auf solche Fälle aufmerksam machen. Dann können wir sofort handeln", sagt Dietzenbachs Erster Stadtrat Dietmar Kolmer. Normalerweise würden alle städtischen Spielplätze einmal in der Woche kontrolliert.br /Ähnlich wie die Kreisstadt handhaben es andere befragte Kommunen in der Region. In Dreieich, Neu-Isenburg, Offenbach und Dieburg werden nach Auskunft der Verwaltungen einmal in der Woche eine Sicht- und Funktionskontrolle durchgeführt. Je nach Wetterlage und Auslastung der Spielplätze schauen Mitarbeiter auch mehrmals in der Woche nach dem Rechten.br /Aber alle Kommunen sind jeweils auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. An Spielplätzen in Dreieich wird auf Schilder deutlich auf eine Service-Nummer hingewiesen, an die Beschwerden gerichtet werden können. Nach Auskunft der Stadt würde diese regelmäßig in Anspruch genommen.br /Dieses Informieren der Verwaltungen findet Dieter Müller enorm wichtig. Müller ist in der Region der Spielplatz-Experte. Für den TÜV Hessen führt er jährlich auf Hunderten von Spielplätzen die vorgeschriebene Hauptinspektion durch. "Der lange, verhältnismäßig harte Winter kann vor allem Holzgeräten arg zugesetzt haben", berichtet er. Für ihn beginnt die jeweils rund eine Stunde dauernde Prüfung schon vor dem Betreten des Spielplatzes. Ist dieser gegenüber einer Straße oder einem Bachlauf genügend abgrenzt? Ist auf Schildern ein Hinweis zu sehen, dass den Kindern Fahrradhelme abzunehmen sind, damit sie damit nicht hängen bleiben und sich schlimmstenfalls selbst strangulieren?br /Ein Hauptaugenmerk liegt für Müller auf der Standsicherheit der Spielgeräte. Einen Unfall wie vor einigen Jahren in Obertshausen, als ein Mastkorb umkippte und einen Jungen erschlug, möchte er unbedingt verhindern. Zum Prüfen gräbt er Pfosten 20 bis 30 Zentimeter aus und haut mit einem Hammer dagegen. Am Klang kann er erkennen, wie es um den Pfosten bestellt ist.br /Da sich Kinder meist beim Fallen verletzten, schaut sich der TÜV-Experte auch genau die Fallräume an. Sind diese ausreichend groß und je nach Höhe der Geräte entsprechend durch Sand, Hackschnitzel oder Kunststoffmatten abgesichert? Ebenso misst Müller nach, ob Leiteraufstiege, Stufen oder Spalten unbedenklich sind. Erst dann gibt er sein Okay.br /(siehe auch Kommentar auf Seite zw

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