Täter bot Geld für Fotoaufnahmen

Keine Straftat! 14-Jährige in Reinheim belästigt

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Auf offener Straße wird die 14-jährige Anna von einem fremden Mann angesprochen. Er bietet ihr 200 Euro für Fotoaufnahmen in seiner Wohnung an. Daraufhin flüchtet das Mädchen, wie in dieser nachgestellten Situation.

Reinheim – Auf offener Straße wird die 14-jährige Anna von einem Mann angesprochen. Er macht ihr ein Angebot: 200 Euro für Fotoaufnahmen. Als die Jugendliche davonrennen will, versucht er nach ihr zu greifen. Von Dirk Beutel 

Anna (Name von der Redaktion geändert) hatte von Anfang an den richtigen Riecher. Als sie mitten auf der Ueberauer Straße an einem Mittwochnachmittag vor gut zwei Wochen von einem fremden Mann angesprochen wird, bekommt die 14-Jährige ein mulmiges Gefühl. „Ich hatte ihn noch nie zuvor gesehen. Am Anfang war er eigentlich noch ganz nett, aber das hat sich nach und nach geändert. Er wurde dann immer komischer“, sagt das Mädchen. Denn der Fremde stellt ziemlich direkte Fragen: „Wie heißt du? Wo wohnst du? Wie alt bist du? Bist du allein unterwegs?“ „Er hat mich regelrecht ausgefragt. Das fand ich schon sehr seltsam“, sagt Anna. Die Situation spitzt sich zu, als der unbekannte Mann ihr schließlich ein Angebot macht: 200 Euro für Fotoaufnahmen in seiner Wohnung. Um welche Art Bilder es sich drehen soll, erwähnt er nicht. Grund genug aber für die aufgeweckte 14-Jährige, das Angebot abzulehnen und sich aus dem Staub zu machen. Noch als sie sich umdrehen will, soll er versucht haben, nach ihr zu greifen um sie am Arm zu packen: „Dann hat er mir nachgerufen: ,Du kommst noch mal zu mir"“, sagt Anna.

Polizei hat verstärkt kontrolliert

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Zu Hause wird Mutter Judith gleich ins Vertrauen gezogen. Auf der Polizeistation Ober-Ramstadt erstattet sie noch am selben Tag Anzeige gegen Unbekannt. Trotz aller Bedenken ist die Mutter stolz auf ihre Tochter, die genau richtig gehandelt habe. „Sie hat gut reagiert. Ich habe ihr schon früh für solche Situationen eingeimpft, dass sie schreien oder am besten schnell weglaufen soll. Nur keinen Kontakt zu solchen Menschen aufnehmen und bloß nicht den Namen oder die Adresse verraten.“

Ferdinand Derigs, Sprecher des Polizeipräsidiums Südhessen: „Wir haben daraufhin die betreffende Gegend längere Zeit intensiver durch Polizeistreifen kontrolliert. Allerdings ist dabei nichts Auffälliges herausgekommen.“

Doch obwohl die Polizei den Fall sehr ernst nimmt und das Mädchen für glaubwürdig hält, hat die Sache einen Haken: Grundsätzlich sei es laut Polizei nicht verboten, eine Minderjährige anzusprechen und ihr Geld für Fotos anzubieten. Derigs: „Strafrechtlich ist das noch gar nichts“ Man könne eventuell eine straflose Vorbereitungshandlung vermuten. Doch das sei Spekulation. „Welche Motivation der Mann hatte, ist ebenfalls unklar.“

Was allerdings für die Polizei klar ist, dass es einen ähnlichen Fall weder in Reinheim noch in der näheren Umgebung gegeben hat. Mutter Judith bleibt trotzdem wachsam: „Ich habe schon Sorge, wenn meine Tochter alleine raus geht. Jetzt, wo es früher dunkler wird, achte ich auf jeden Fall darauf, dass sie rechtzeitig zu Hause ist.“

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