Keine Drogen in den Sand gesetzt

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Trotz einer stundenlangen Säuberungs-Aktion durch den Eigenbetrieb der Badeseen Mainhausen und den Veranstalter des Festivals „Stadt-Land-Bass“ wurden keine Rauschmittel am Badestrand des Zellhäuser Königssees gefunden.

Mainhausen/Zellhausen – Die ganze Nacht wurde der Strand durchsiebt und gesäubert, mit Lampen ausgeleuchtet und mit dem Rechen bearbeitet. Denn laut Polizei Seligenstadt sollte sich im Sand am Zellhäuser Königssee massenhaft Rauschgift befinden. Von Mareike Palmy

Feiern bis die Polizei kommt, hieß es bei „Stadt-Land-Bass“, dem Festival für elektronische Tanzmusik, das am Samstag vor einer Woche am Königssee in Zellhausen stattfand. Denn als die Polizei eintraf, war es schnell vorbei mit dem Techno-Fest.

Mehr als 30 Anzeigen wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln und Fahrten unter Drogeneinfluss, 24 Sicherstellungen von Drogen, zehn erkennungsdienstliche Maßnahmen sowie zwei Verstöße gegen das Waffengesetz kassierte das Feier-Volk bei der Kontrolle.„So wollen wir das nicht“, bilanzierte Roland Stenger, Leiter der Seligenstädter Polizeistation nach der Razzia. Und weil die Polizei Seligenstadt bei der „polizeilichen Maßnahme“ am Uferbereich beobachten konnte, „dass da jemand etwas fallen gelassen hat, um sich einer Anzeige zu entziehen“, so Stenger weiter, wurde sofort bei der Gemeindeverwaltung eine komplette Reinigung des Sandstrandes angeraten, bevor der Badebetrieb am Sonntagmorgen wieder aufgenommen werden konnte.

Gesagt, getan. Bewaffnet mit Rechen, Harken und Schippen durchkämmten die Mitarbeiter des Eigenbetriebs der Badeseen Mainhausen und das Veranstalter-Team stundenlang im Scheinwerferlicht die „Mini-Wüste“. „Wir haben den Sand-Strand gesäubert. Die komplette oberste Schicht abgetragen. Gefunden haben wir aber überhaupt nix. Außer Zigaretten und ein bisschen Kleingeld war da absolut nichts verdächtiges dabei“, sagt Jens Kretschmer vom Eigenbetrieb.

Dabei waren sich die Seligenstädter Polizeibeamten ganz sicher. „Bei einer kontrollierten Person haben wir Betäubungsmittel im Sand gefunden. Und das Rauschgift sollte schließlich nicht in Kinderhände geraten, die spielen ja im Sand am nächsten Tag. Das könnte sonst übel ausgehen“, so Polizei-Dienststellenleiter Roland Stenger über die Hintergründe.

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