Kein Strand in Bürgel

Den Sand vom Main-Hochwasser will Roland Lösel für einen Mini-Strand neben seinem Mainturm nutzen.

Offenbach – Aus der Not eine Tugend machen: Das wollte Roland Lösel. Doch der Besitzer des Mainturm-Kiosks darf den vom Hochwasser angespülten Sand nicht für einen eigenen Strand einsetzen. Von Andreas Einbock

Einen großen Schreck bekam Roland Lösel, als er von seiner Auslandsreise zurückkam. „Ich war ein halbes Jahr in Südamerika unterwegs. Vom Ausmaß des Hochwassers hatte ich keine Ahnung“, sagt der Diplom-Verwaltungswirt.

Inspiriert von seinen letzten Urlaubstagen am Strand der Copacabana in Rio de Janeiro kommt Lösel die Idee, den Mainsand, der 20 Meter hinter seinem Kiosk angespült wurde, neben seinen Turm zu schaufeln. „Mit ein paar Liegestühlen drauf wäre das eine nette Strandatmosphäre geworden“, sagt Lösel. Genauso schnell wie der Sand durch seine Finger rieselt, zerplatzte aber Lösels Traum vom Bürgeler Strand.

Schwermetalle verhindern Sandnutzung

Von der Eso habe er hinter vorgehaltener Hand gehört, dass Sandflächen wenig erwünscht seien. Lösel: „Offiziell hat man mir gesagt, dass dieser Sand mit Schwermetallen belastet ist und ich ihn liegen lassen soll.“ Dabei wäre das für beide Seiten die einfachste und billigste Lösung. „Die Stadt braucht nix zu entsorgen und wir hätten einen Strand. Schade, dass so etwas bei uns nicht so einfach wie in Südamerika geht“, so der enttäuschte Mainturmkiosk-Besitzer.

Kommentare