Katzenjammer am Günthersburgpark

+
Renate Schäfer zeigt den Bretterverschlag, in dem die Katzen hausen. Regen und Kälte ist besonders für die Jungtiere eine Gefahr.

Frankfurt – Ein trauriger Anblick, der sich einem im Hinterhof der Saalburgstraße 69 bietet. Zahlreiche Katzen sitzen gedrängt unter einem vergammelten Bretterverschlag. Inmitten von Laub, kaputter Regenschirme und Sitzkissen miaut es kläglich. Ihre Besitzerin hat in der Vergangenheit immer mehr Tiere „angesammelt“ – trotz Räumungsklage. Jetzt langt‘s den anderen Mietern. Von Mareike Palmy

„Es zerreißt mir das Herz, wenn ich sehe wie die armen Katzen in der Kälte verwahrlosen“, sagt Renate Schäfer und deutet auf die gammelige Notunterkunft. Die 59-jährige Frankfurterin wohnt seit längerem neben der herzlosen Tierbesitzerin und hat die Nase jetzt voll.

ABG fordert die Räumung der Wohnung!

Unter Dreck und Unrat hausen die Katzen im Hinterhof.

Ranzige Milch, Kot und Katzenkotze liegt überall verteilt auf den nassen Betonplatten im Hof. Beißender Uringestank weht einem schon im Hausflur entgegen. „Das ist ein unerträglicher Anblick und Gestank“, sagt Tierfreundin Schäfer. Gemeinsam mit anderen Nachbarn aus der Saalburgstraße nahe des Günthersburgparks hat sie jetzt den Tierschutz eingeschaltet.Ebenso die Vermieterin der Katzenbesitzerin, die Frankfurter Aktienbaugesellschaft (ABG). Die hat bereits eine Räumungsklage eingereicht, denn auch in der Wohnung hält die Mieterin ein Katzenrudel: „Wir schöpfen alle Möglichkeiten aus, um gegen die Frau vorzugehen“, sagt Roland Frischkorn von der ABG: „Die Bitte, die Katzenzahl zu reduzieren, hat die Frau aber abgeblockt und keine Einsicht gezeigt“.

Unerträglicher Gestank und Katzenkot überall

Auch das Veterinäramt Frankfurt hat sich bereits eingeschaltet. Bei allen Kontrollen waren die Katzen bisher aber in einem guten Ernährungszustand, daher hat der Amtstierärztliche Dienst noch nicht eingegriffen. „Sollten Verstöße gegen tierschutzrechtliche Bestimmungen bei den nächsten Kontrollen auffallen, werden wir eingreifen“, sagt Michael Jenisch vom Veterinäramt.

Immer mehr Katzen bevölkern das Mietshaus

Verfaultes Essen, ranzige Milch und eisige Kälte. Die Katzen müssen in einem vergammelten Hinterhof überwintern.

Immer mehr Tiere waren in der letzten Zeit aufgetaucht und bevölkern seitdem den Innenhof des Mietshauses: „Zurzeit sind etwa 16 Katzen in der Wohnung oder draußen. Genaue Angaben kann man da nicht machen, da sich die Tiere überall aufhalten“, berichtet Jenisch.
Mieterin Schäfer überlegt, ob sie nicht Anzeige wegen Tierquälerei stellen soll: „Die Muttertiere sind ständig trächtig und es kommt dauernd Nachwuchs, da die Besitzerin sie nicht sterilisiert“, erzählt Schäfer mit Wut in den Augen. Mindestens vier Jungtiere tummeln sich in der hintersten Hofecke. „Uns allen tun die Katzen leid. Ich weiß nicht mal, ob die Jungtiere überhaupt überleben bei dieser Witterung, aber der Katzenuringestank ist belastend und es muss endlich etwas passieren. Wofür haben wir denn den Tierschutz? So geht‘s jedenfalls nicht weiter“, beschwert sich die Tierfreundin.

Die Besitzerin der Katzen wollte sich gegenüber dem EXTRA TIPP zu den Vorwürfen nicht äußern.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare