Katzenfrau kämpft für ihr Lebenswerk

Außerhalb 37, ganz in der Nähe des Egelsbacher Flughafens, hat der Verein "Ein Zuhause für Katzen" sein Domizil. Waltraud Fritsch wohnt hier seit mehr als 20 Jahren. Und nahezu genauso lange kümmert sich die Vereinsvorsitzende dort um Katzen.

Abgegeben aus den unterschiedlichsten Gründen: Allergien, Umzug oder auch einfach, weil der Besitzer mit dem Stubentiger nicht mehr klar kam. Hinzu kommen Fundtiere.

Katzen aufnehmen, nötigenfalls aufpäppeln und dann wieder an Privatpersonen vermitteln â?? so arbeitet der Verein und finanziert sich durch eine Vermittlungsgebühr. "Wir müssen ja den Tierarzt und das Futter bezahlen," berichtet Fritsch.

Die Kosten sind enorm. Mehr als 1000 Euro gehen im Monat alleine für Arztbesuche drauf. Außerdem zahlt Fritsch für das Häuschen immer noch eine monatliche Rate ab. "Die Katzen sind mein Leben", sagt sie: "Dafür würde ich alles tun."

Einige Katzen sind einfach nicht mehr zu vermitteln. Sie erhalten bei der 81-jährigen Tierliebhaberin ihr Gnadenbrot. Zwölf Katzen nennt Fritsch so ihr Eigen, die sie getrennt von den zu vermittelnden Katzen hält, betont sie. Der zirka 40 Mitglieder zählende Verein darf in dem großen Sommer- und Wintergehege 30 Katzen aufnehmen. Täglich ist eines der Mitglieder da, um die Gehege sauber zu machen und zu füttern, erzählt Fritsch. Und Tierärztin Janette Kraus aus Erzhausen, zu der Fritsch regelmäßig die Katzen bringt, hat keine Beanstandungen. Das Katzen-Asyl funktioniert.

Das sehen die amtlichen Veterinäre des Kreises Offenbach anders. Vor wenigen Tagen haben sie Fritsch mit sofortiger Wirkung die Genehmigung für das Katzenheim entzogen. Sie darf keine Katzen mehr aufnehmen und keine mehr vermitteln. Bis Ende Februar muss sie alle Tiere an Tierheime abgegeben haben. Ansonsten drohen Zwangsgelder.Über die Gründe schweigt der Kreis Offenbach. Nur so viel lässt er über Sprecherin Ursula Luh verlauten: In der Vergangenheit wären bei Kontrollen gravierende Mängel festgestellt worden.

"Sie soll das Bestandsbuch nicht ordentlich geführt haben und angeblich kranke und gesunde Katzen zusammen gehalten haben", berichtet Maria Drewler aus Offenbach, die regelmäßig im Katzenasyl mit anpackt. Sie hält die Vorwürfe für nicht haltbar. Sie glaubt, dass hinter der ganzen Aktion andere Interessen als der Tierschutz stehen. Denn fest steht: Wenn das Katzenheim schließen muss, dann muss Frau Fritsch das Haus aufgeben, sagt Drewler.Waltraud Fritsch hat sich nun mit Silke Huth eine Anwältin genommen. Diese hat gegen die Anordnung des Kreises Offenbach Widerspruch eingelegt und beim Verwaltungsgericht Darmstadt einen Antrag auf Aussetzung der sofortigen Vollziehung gestellt.

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