Kampf gegen einen „Willkürakt“

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Michael Stang in einem seiner Offenbacher Spielsalons.

Offenbach – Wenn das Gespräch auf die geplanten Änderungen im Glücksspielstaatsvertrag kommt, läuten bei Michael Stang die Alarmglocken. Dann spricht der Offenbacher Spielhallenbesitzer von Umsatzrückgängen und Kündigungen. Von Norman Körtge

„Wenn ich in eine Kneipe gehe, bin ich doch auch nicht gleich ein Alkoholiker“, sagt Michael Stang. Es ärgert ihn, dass die Kunden in seinen Offenbacher und Frankfurter Spielhallen oft pauschal als Spielsüchtige abgestempelt werden. Dabei sei das Spielen an den Automaten in erster Linie einfach nur eine Freizeitbeschäftigung. Doch unter dem „Deckmäntelchen der ‚Prävention von Spielsucht‘“, wie es von Seiten des Münzautomaten-Verbandes heißt, würde die Politik versuchen, das Staatsmonopol im Glücksspiel weiter zu erhalten und zu fördern. Stang, der auch Vorstandsmitglied des Hessischen Münzautomaten-Verbandes ist, glaubt, dass mit dem in der Diskussion befindlichen Änderungen im Glücksspielstaatsvertrag vor allem den staatlich konzessionierten Spielbanken unter die Arme gegriffen werden soll.

Sperrzeiten bedeuten Umsatzeinbußen

Im Gespräch sind unter anderem Sperrzeiten zwischen drei Uhr nachts und elf Uhr morgens. „Das bedeutet natürlich zum einen Umsatzeinbußen“, sagt Stang. Aber klar sei dann auch, dass er Mitarbeiter entlassen müsste, da Schichten entfallen. „Die Politik fordert immer, auch Menschen über 50 Jahren eine Anstellung zu geben“, sagt Stang. Genau diese Altersklasse stehe bei ihm am Tresen.

Und zum Thema Spielsucht: Seine Mitarbeiter hätten im Blick, wenn jemand übermäßig viel spielt und würde die entsprechende Person dann auch ansprechen. Vielmehr befürchtet Stang, dass seine Kunden durch strengere Auflagen in die Illegalität oder die Anonymität des Internets getrieben werden.

Er und sein Verband werden deshalb weiter gegen den ihrer Meinung nach „despotischen Willkürakt der Staatsdiener“ kämpfen. Nach der Sommerpause wird weiter verhandelt und Lobby-Arbeit betrieben.

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