Kämpfen lohnt sich: Fährmann bekommt nun seine Rente

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Stefan Müller kann wieder lachen. In der Hand hält der Ex-Fährmann der Stadt Seligenstadt den EXTRA TIPP vom 18. Januar. Da blickte er noch missmutig in die Kamera.

Seligenstadt – Stefan Müller hat den Kampf mit der Rentenversicherung gewonnen. Im Januar berichtete der EXTRA TIPP über den Fall des Seligenstädter Fährmanns, der seine Erwerbsunfähigkeitsrente einklagte. Jetzt hat ihm die Rentenversicherung einen Vergleich angeboten. Von Norman Körtge

Rückblende: Müller steuert seit 1992 die Seligenstädter Autofähre über den Main. Eine chronische Entzündung in beiden Armen machen ihm ab 2002 die Arbeit an der schwergängigen Mechanik zur Qual. Operationen helfen nicht viel. Hinzu kommt, dass er unter den Spätfolgen eines schweren Unfalls aus dem Jahr 2004 leidet. Ende 2007 kann der Seligenstädter nicht mehr. Er ist ein körperliches Wrack. Da die Stadt Seligenstadt ihm keinen anderen Arbeitsplatz anbieten kann, stellt er den Antrag auf Erwerbsunfähigkeitsrente.

Und damit beginnt der Kampf: Im August 2008 lehnt die Rentenversicherung den Antrag auf Erwerbsunfähigkeitsrente ab. Dem heute 54-Jährigen sei noch für einige Stunden pro Tag eine leichte Arbeit zuzumuten. Müller schaltet einen Anwalt ein, der Klage vor dem Sozialgericht einreicht. Es folgt Gutachten auf Gutachten, Attest auf Attest. „Die wollten mich als Simulanten darstellen“, ärgert sich Müller.

Im Februar will die Rentenversicherung die Einstellung des Verfahrens erreichen. Scheitert aber damit. „Die haben gehofft, ich resigniere“, berichtet Müller. Aber er gibt nicht auf. Kämpft weiter. Er weiß, dass er mit seiner körperlichen Behinderung und seinem Alter auf dem Arbeitsmarkt keine Chance hat. Ihm droht Hartz IV.

Im Mai schreibt die Versicherung, dass sie einen Vergleich prüft. Dieser liegt Müller nun vor. Er nimmt ihn an. Rückwirkend zum 1. Juni bekommt er eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung und ab dem 1. Dezember eine Rente wegen voller Erwerbsminderung. Zunächst befristet auf drei Jahre. „Jetzt bin ich zufrieden“, sagt er. Der Kampf hat sich gelohnt.

Lesen Sie hier den Artikel vom 18. Januar.

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