Schneidhainer Bürger wehren sich gegen den Verkauf des Spiel- und Sportplatzes

Sie kämpfen fürs Freizeitgelände

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Für Schneidhain: Runa Hammerschmitt (blauer Schal) und Katrin Reichel (roter Schal) führen die Gruppe an, die sich für den Erhalt des Spiel- und Sportgeländes engagiert.

Königstein – Weil die Stadt das beliebte Spiel- und Sportgelände in der Rossertstraße verkaufen will, rufen Schneidhainer Bürger zum Protest auf. Schon am 17. März wird über einen Vorvertrag mit einem Investor entschieden. Von Andreas Einbock

Mit dem Skateboard über die Rollschuhbahn düsen, daneben die Rutsche runter sausen oder Fußball auf dem Minifeld oder dem Ascheplatz spielen: Diese Spielmöglichkeiten soll es nach den Plänen der Stadt Königstein bald nicht mehr geben, zumindest nicht mehr nebeneinander.

„Aber genau darin liegt doch die Attraktivität des Geländes. Sogar aus den umliegenden Orten kommen Eltern mit ihren Kindern hierher“, sagt Runa Hammerschmitt. Die Dolmetscherin ist Mutter von zwei kleinen Kindern und Sprecherin der Initiative Pro Schneidhain, der sich bisher über 300 Mitstreiter angeschlossen haben. „Die Stadt ist hoch verschuldet und will nur kurzfristig die Kasse aufbessern, ohne dabei auf die Interessen der Bürger zu hören“, schimpft Hammerschmitt.

Protest hat ersten Teilerfolg

Einen Erfolg kann die Initiative bereits verbuchen: Der ursprünglich separat hinter ein abseits gelegenes Firmengelände verlegte Spielplatz soll nun mit der neuen Rollschuhbahn vor die Heinrich-Dorn-Halle neben der Grundschule gebaut werden. „Doch das ist dann alles viel zu eng und die Anwohner der Rollschuhbahn wollen dagegen klagen“, sagt Katrin Reichel, Mitinitiatorin der Protestbewegung.

Etwa zehn Millionen Euro will die Stadt mit dem Verkauf des zwei Hektar großen Areals an einen holländischen Investor einnehmen, der 50 Wohneinheiten sowie einen Supermarkt bauen will. Von den Einnahmen werden 5,2 Millionen Euro für den Neubau eines Kunstrasenplatzes mit Vereinsheim für die SG Blau-Weiß und ein Kleinspielfeld ausgegeben werden sowie weitere Kosten für die neue Rollschuhbahn und den Spielplatzneubau entstehen.

Stadt bereits mit 30 Millionen Euro verschuldet

Die Kinder wollen ihren Spielplatz behalten.

„Unter dem Strich rechnen wir mit zirka zwei Millionen Euro Gewinn“, sagt Baudezernent Klaus Hallert, der das Haushaltsdefizit von Königstein auf 30 Millionen Euro beziffert. Den Widerstand kann Hallert nicht nachvollziehen. „Das anfängliche Argument, wie würden nicht an die Kinder denken, ist mit der Spielplatzverlegung vom Tisch.“ Rollschuhbahn und Spielplatz würden annähernd in derselben Größe neu gebaut. In der Stadtverordnetenversammlung am 17. März entscheiden die Fraktionen über den Vorvertrag. Zünglein an der Waage könnte die Größe des Supermarktes sein, der für Hammerschmitt und ihre Mitstreiter überdimensioniert ist. Ende 2012 soll ein Satzungsbeschluss die Zukunft des Areals besiegeln. (siehe „Meine Meinung“, Seite zwei)

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